Masterplan zur Wirtschaftsentwicklung an Stadt übergeben

Prognos legt Abschlussbericht vor

Das Beratungsunternehmen Prognos hat seine eineinhalbjährige Arbeit beendet und jetzt einen Masterplan zur zukünftigen Entwicklung des Wirtschaftsstandortes vorgelegt. Der Plan wurde am Donnerstag, 25. März 2010 offiziell an die Stadt übergeben.

Rathausplatz
Großbildansicht Offizielle Übergabe vor dem Rathaus: Von Links, Hermann Hirschfelder (Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsausschusses), Stefanie Hugot, Sabine Wissmann, Reiner Goppold (Wirtschaftsförderung Stadt Bottrop), Mirko Skela (Stellv. Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsausschusses) Oliver Lühr (Prognos) und Oberbürgermeister Bernd Tischler.

"Für uns fängt die Arbeit damit erst an", sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler. "Der Masterplan hat richtungsweisende Schwerpunktthemen gesetzt, an denen wir zur Entwicklung der Stadt arbeiten müssen." Damit sei der Prozess zur zukünftigen Gestaltung des Wirtschaftsstandorts erst eröffnet worden.

Oliver Lühr, der das Projekt für Prognos in Bottrop begleitet hatte, betonte, dass es keine Patentrezepte gäbe, um sich den zukünftigen Anforderungen zu stellen. Neben dem drohenden Arbeitsplatzabbau im Steinkohlebergbau, kämen - wie auch in anderen Städten - der demographische Wandel, Folgen der globalisierten Wirtschaft und Auswirkungen des Klimawandels auf die Stadt zu. Darauf müsse man sich einstellen. Die Stärkung und Entwicklung der Wirtschaftskraft müsse in Bereichen geschehen, in denen bereits heute die Grundlagen vielversprechend seien. Es mache keinen Sinn, Projekte zu entwickeln, die an den vorhandenen Strukturen eines Wirtschaftsstandortes vorbei gingen.

Aus diesem Grunde begann das Projekt mit einer grundlegenden Analyse des Standortes und einer daraus entwickelten Schwerpunktsetzung. Neben den Bereichen Energie, Freizeitwirtschaft, Bildung und Gesundheit (siehe verlinkte Artikel), sind im Laufe des Projektes noch Aspekte wie Flächenmanagement, Innenstadtentwicklung und Innovationsfähigkeit hinzugekommen. Beim Sektor Gesundheitswesen ergab die Analyse beispielsweise, dass es hier bereits 3.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Bottrop gibt. Hinzu kommen 1.800 weitere Stellen in den Randbereichen. Aufgrund der Entwicklung der Gesellschaft ist davon auszugehen, dass hier noch Wachstumspotentiale bestehen.

Nicht überraschend sind Schwerpunkte wie Freizeitwirtschaft. Sie leisteten bereits heute einen wichtigen Beitrag zur überregionalen Außenwahrnehmung der Stadt. Auch der Energiesektor bietet sich in Anbetracht dessen an, dass Bottrop nicht nur eine traditionelle Bergbaustadt ist, sondern auch Projekte wie der Einsatz von Wasserstoff als Energieträger und die Nutzung von Geothermie vorzuweisen hat. Auf dem Handlungsfeld Bildung konnte zudem mit der Ansiedlung der Fachhochschule ein wichtiger Schritt nach vorne gemacht werden.

Das Flächenmanagement, auf das jetzt ein stärkeres Augenmerk gelenkt wird, spielt eine entscheidende Rolle bei der Ansiedlung neuer Unternehmen beziehungsweise bei der Unterstützung von Unternehmenserweiterungen. Ein neues Handlungsfeld ist auch die Förderung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen. Dies beruht auf der Feststellung, dass es in Bottrop Nachholbedarf gibt. Die meisten Bottroper Unternehmen wirken im mittleren Technologiebereich. Es gibt relativ wenig Patente in den Unternehmen. Dies muss gefördert und nachgebessert werden. Die Frage der Innenstadtentwicklung wurde in den Masterplan aufgenommen, um die positive Entwicklung fortzusetzen mit dem Ziel, nachhaltig Kaufkraft in Bottrop zu binden.

Der Masterplan wird nun in den politischen Gremien beraten, wobei der Auftakt im Wirtschaftsförderungsausschuss am Donnerstag, 25. März gemacht wurde. Weiterhin werden der Hauptausschuss am 11. Mai und der Rat am 15. Mai über den Masterplan beraten. Zukünftig soll er Einfluss haben auf alle Projekte, die von der Stadt Bottrop im Hinblick auf die Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung beschlossen und umgesetzt werden. Er wird in Teilbereichen noch verfeinert und ergänzt.

(26.03.2010)



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