Wasserstofftankstelle in Bottrop eröffnet
In Bottrop wurde heute, 8. Juni, eine Tankstelle mit zukunftsweisendem Kraftstoff eröffnet. Mit Wasserstoff zu fahren - das ist für die Vestische schon seit mehreren Wochen "Tagesgeschäft". Jetzt können die Brennstoffzellenbusse des Verkehrsunternehmens aber den nötigen Wasserstoff auch direkt vor der Haustür tanken: Die Firma Air Liquide Deutschland eröffnete ihre erste Wasserstofftankstelle in Bottrop auf dem Gelände der Kläranlage der Emschergenossenschaft.
Mit der Tankstelle ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer realen Wasserstoffinfrastruktur in NRW geschafft, die Kernziel des EU-Projekts HyChain-Minitrans ist. Partner in diesem europäischen Projekt sind neben der Air Liquide und der Vestischen auch die Städte Bottrop, Gladbeck, Herten und Marl sowie der Kreis Recklinghausen und die WIN Emscher-Lippe GmbH.
Errichtet wurde die Wasserstofftankstelle in unmittelbarer Nähe der Kläranlage der Emschergenossenschaft. Und dies nicht ohne Grund, denn die derzeitige Anlage zur Befüllung der Busse mit einem Druck von 200 Bar wird bis zur 18. Weltwasserstoffkonferenz im Mai 2010 in Essen durch eine multivalente neue Anlage ersetzt. Diese kann dann mit Druckstufen von 200 und 350 Bar arbeiten. Damit eröffnen sich dann auch Möglichkeiten, Pkw mit dem "Zukunftssprit" zu befüllen.
Bottrop ist der dritte Standort in Nordrhein-Westfalen, an dem Fahrzeuge mit Wasserstoff betankt werden können. Zuvor wurden in Düsseldorf und in Herten ähnliche Anlagen eröffnet. In einer zweiten Stufe soll die Emschergenossenschaft den Betrieb übernehmen. Der Arbeitsdruck, mit der Fahrzeuge betankt werden, soll dann sogar auf 700 Bar erhöht werden. Der Wasserstoff wird in dieser Stufe des Projekts aus Faulgasen des Klärwerks erzeugt.
Erster und bisher auch einziger Kunde ist zurzeit die Vestische, die täglich für die Betankung ihrer Brennstoffzellenbusse der Linie 250 vom ZOB zum Tetraeder die Tankstelle nutzt. Ein "Tankwart" sorgt für die Befüllung, die rund 10 Minuten pro Bus dauert. Abgerechnet wird nach den eingetankten Kilogramm Wasserstoff. Aus Kostensicht ist der Wasserstoff verglichen mit normalen Kraftstoffen noch nicht konkurrenzfähig und wird von der EU gefördert. Nach Einschätzung von Air Liquide werden sich die Kraftstoffkosten für den Brennstoffzellenantrieb aber vor dem Hintergrund der endlichen fossilen Energiereserven einem gestiegenen Dieselpreis annähern.
(08.06.2009)



