Projekt "Zukunftsstandort" benennt Aktionsfelder

Lenkungsgruppe traf sich zu ihrer zweiten Sitzung. Handlungsbedarf wird auf dem Bildungssektor gesehen. Energiekompetenz soll ausgebaut werden.

Die Lenkungsgruppe des Projektes "Zukunftsstandort Bottrop" hat auf ihrer zweiten Sitzung die künftigen Aktionsfelder im Projekt benannt. Oberbürgermeister Peter Noetzel und der Vorsitzende des Wirtschaftsförderungsausschusses, Hermann Hirschfelder, stellten heute (03.02.2009) im Rathaus diese ersten Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. Als Felder, die mittelfristig eine hohe Bedeutung für die wirtschaftsstrukturelle Entwicklung der Stadt haben, wurden insbesondere der Bildungsbereich und die Kompetenzen Bottrops als Energiestandort identifiziert.

Zunächst ging es bei der Sitzung aber um die grundlegende Analyse der begleitenden Fachfirma Prognos. Die Untersuchung widmete sich den Themenschwerpunkten Wirtschaft / Innovationskompetenz und Arbeitsmarkt / Human Resources sowie den Querschnittsthemen Demografie und Flächen/ Infrastruktur. Zu den einzelnen Themen wurde von Prognos jeweils eine Stärken-Schwächen-Analyse erarbeitet.


Oliver Lühr (prognos)

Die von Projektleiter Oliver Lühr (Bild) und David Helfenbein vorgestellten Ergebnisse belegen im Bereich Wirtschaft und Innovationsfähigkeit einen erfolgreichen und breit gestreuten Mittelstand. Allerdings weisen auch einige Indikatoren auf eine unterdurchschnittliche Innovationskompetenz der klein- und mittelständischen Unternehmen hin. Im Portfolio der Bottroper Wirtschaftsstruktur nimmt der Bergbau mit seinen direkten und indirekten Effekten nach wie vor eine herausragende Stellung ein. Neben dieser strukturellen Dominanz belegen die Analysen auch die Stärke in den Bergbautechnologien. In der Betrachtung des Bottroper Arbeitsmarktes ging die Prognos auf den gravierenden Fachkräftemangel in der Zukunft ein. Dieser werde in Bottrop insbesondere im akademischen Bereich, in den MINT-Ausbildungsberufen sowie auch in den Gesundheits- und Sozialberufen auftreten.

Neben der Diskussion der Analyseergebnisse stand die Auswahl der projektbezogenen Aktionsfelder im Zentrum der Sitzung im Rathaus. Beide Hauptthemen der Analyse - die Wirtschafts- wie auch die Arbeitsmarktbetrachtung - führen zur Notwendigkeit einer breiten Bildungsoffensive. Kein anderes Aktionsfeld hat nachhaltigere Wirkungen für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Bildung sichert gleichermaßen die Teilhabe der Bevölkerung an der wirtschaftlichen Entwicklung sowie den Erfolg der Unternehmen. Zwei Aspekte können dabei in der weiteren Bearbeitung unterschieden werden: Einerseits die schulischen Grundlagen von Kindergarten bis zum Schulabschluss und andererseits Themen der Ausbildung bis zum Wissenstransfer in die Unternehmen. Die gestrige "Gründung" der Fachhochschule Westliches Ruhrgebiet ist dabei ein hervorragender Anker.

Das zweite zentrale Aktionsfeld beschäftigt sich mit der traditionellen Kompetenz als Energiestandort. Neben dem Thema Kohle als Technologie- und Energieträger hat der Wasserstoff in Bottrop und in der Region einen Stellenwert in der Wertschöpfung - von der Forschung bis zur Anwendung - erreicht. Zusammen mit weiteren Themen wie der Geothermie oder weitergehend der Energieeffizienz schlägt die Prognos vor, das Thema Energie als wirtschaftliches Leitthema zu installieren.

Aus den Analysen erfolgte desweiteren die Ableitung der Aktionsfelder Gesundheitswirtschaft mit großen Wachstumspotenzialen sowie einer Image prägenden Freizeitwirtschaft. Die heute schon bedeutende Gesundheitswirtschaft ist im Rahmen des demografischen Wandels und durch ihr vielfältiges berufliches Tätigkeitsprofil entscheidender Baustein des Zukunftsstandortes. Die Freizeitwirtschaft hat durch die bestehenden Infrastrukturen und die dynamischen Planungen das Potenzial, auch überregional prägend zu sein.

Der weitere Projektverlauf sieht vor, aufbauend auf den gewählten Aktionsfeldern, einen Beirat zu initiieren. Die erste Sitzung des Beirates wird am 27. März 2009 stattfinden. Zudem werden die Aktionsfelder in ihren Zielen und Strukturen ausgearbeitet. Die Gewinnung engagierter Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft für die Aktionsfelder ist dabei von größter Bedeutung, da das Projekt durch die gesamte Stadt getragen sein soll.

Die Lenkungsgruppe setzt sich aus dem Verwaltungsvorstand, den Fraktionsvorsitzenden bzw. Sprecher(inne)n der Ratsparteien sowie Vertretern des Wirtschaftsförderungs- und des Planungsausschusses zusammen.

(03.02.2009)