Nun wird auch die Bahnbrücke am Haltepunkt Boy erneuert

Die Erneuerung der Horster Straße steht vor ihrem letzten großen Abschnitt: Ab diesem Monat wird die Bahnbrücke am Haltepunkt Bottrop-Boy neu errichtet. Es wird mit einer Bauzeit von zwei Jahren gerechnet.

Großbildansicht Stellten für das städtische Tiefbauamt die Brückenbaupläne vor: Klaus Benscheidt, Christian Baumeister und Dirk Laumeier.

Die derzeitige, 14 Meter breite Brücke ist ca. 80 Jahre alt und hat damit ihre erwartete Lebensdauer erreicht. In den 1950er-Jahren wurde die Brücke in Teilen erneuert und auf beiden Seiten für Geh- und Radwege erweitert. "Die Brücke ist für die Verkehrsbelastung nicht mehr ausreichend tragfähig. Die Schäden sind so erheblich, dass eine Sanierung unwirtschaftlich ist", betont Tiefbauamtsleiter Dirk Laumeier.

Gemeinsam mit vielen Einzelgesellschaften der Deutschen Bahn sei daher in langwierigen Verhandlungen in den letzten Jahren der Neubau der Brücke vorbereitet worden. "Dieser Neubau wurde an die aktuellen Ansprüche der Stadt Bottrop und der Bahn angepasst: Für den Bahnverkehr wird die Durchfahrt höher und breiter. Auf der Brücke werden Radfahrstreifen eingerichtet. Die Bushaltestellen liegen zukünftig zur optimalen Verknüpfung mit der Bahn direkt auf der Brücke", erläutert Laumeier.

Die Kosten der dann 19 Meter breiten und 17 Meter langen Brücke betragen rund 2,4 Mio Euro. Weil auch die Bahn von der Erneuerung profitiert, beteiligt sie sich mit knapp der Hälfte an den Baukosten. Der städtische Kostenanteil wird mit 85 Prozent von Bund und Land gefördert. Die verbleibenden Kosten von knapp 200.000 Euro werden von der Stadt Bottrop getragen.

Erste Arbeiten zur Brückenerneuerung an den Eisenbahnsignalen und den Ferneleitungen im Böschungsbereich haben bereits stattgefunden. Die eigentlichen Brückenarbeiten wurden jetzt vergeben. Die Arbeiten beginnen im August mit der Rodung der Böschungen. Ab Spätherbst soll dann die Behelfsbrücke zur Aufnahme des stadtauswärts fließenden Verkehrs errichtet werden. Es folgt die Verlegung der dortigen Wasser- und Telekomleitungen.


Großbildansicht Zwei Jahre müssen die Verkehrsteilnehmer mit Einschränkungen leben.

Für den Verkehr auf der Horster Straße wird in Fahrtrichtung stadtauswärts eine Behelfsbrücke neben der bisherigen Brücke errichtet. Für den Verkehr stadteinwärts wird die schon von den Arbeiten an der Brücke über die Zechenbahn bekannte Umleitung über die Batenbrockstraße eingerichtet. Hinweisbeschilderungen zu den Händlern an der Horster Straße und zu den angrenzenden Straßen sind vorgesehen. Die geänderte Verkehrsführung wird im Laufe dieses Jahres eingerichtet. Hierüber wird noch separat und aktuell informiert, verspricht Tiefbauamtsleiter Laumeier. Soweit möglich, bleibt die Horster Straße aber zunächst noch unverändert befahrbar.

Auch die Bahnsteige bleiben während der Bauzeit zugänglich. In Fahrtrichtung Dorsten wird eine provisorische Treppe gebaut. In Fahrtrichtung Bottrop Hbf kann weiterhin die vorhandene Treppe genutzt werden.


Großbildansicht Noch sind die Verhandlungen mit der Bahn zur Neugestaltung der Bahnsteige und der behindertengerechten Zugänge nicht abgeschlossen.

Neben der Erneuerung der Brücke durch die Stadt Bottrop sollen von der Deutschen Bahn auch Arbeiten am Haltepunkt Bottrop-Boy durchgeführt werden. Hierzu liegen derzeit allerdings keine aktuellen Informationen vor.

Die Stadtverwaltung strebt an, dass nach Abschluss der Brückenerneuerung barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen geschaffen werden. Dies wurde bereits bei der Brückenplanung berücksichtigt. Über die konkrete Lösung und Umsetzung der barrierefreien Zugänge laufen derzeit die langwierigen Verhandlungen mit vielen Einzelgesellschaften der Deutschen Bahn. Außerdem wird auf dem ehemaligen Tankstellengelände unmittelbar am Haltepunkt Bottrop-Boy ein Park&Ride- und Bike&Ride-Platz gebaut. Dort werden auch die von Hauptbahnhof und Haltepunkt-Feldhausen bekannten Bikey-Boxen für die sichere und wettergeschützte Verwahrung von Fahrrädern aufgestellt.

(04.08.2009)