Hauptbahnhof Bottrop

Aufwertung durch Modernisierung
Heutiger Hauptbahnhof Bottrop

In den vergangenen Jahrzehnten erlebten die Bahnhofsbereiche in der Emscherregion eine Welle des Strukturwandels und der Funktionsverluste: Durch Rationalisierung und Reorganisationen wurden den Bahnhöfen angestammte Funktionen genommen und verlagert. Inzwischen gibt es ein gemeinsames Engagement des Landes, der Städte und der Deutschen Bahn, an einer Erneuerung der Bahnhöfe und ihres Umfeldes zu arbeiten. Mit den zwei Projektreihen "Erneuerung der Bahnhofsbereiche an der Köln-Mindener-Eisenbahn" und "Fahrradstationen im Emscherraum" griff die Internationale Bauausstellung dieses Thema auf.

Ziel war, die Bahnhöfe aufzuwerten und ihnen ihre alte Attraktivität unter modernen Vorzeichen zurückzugeben. Gleichzeitig sollte der alte Verbund von Fahrrad und Bahn wiederbelebt werden.

Bausteine der Erneuerung waren: Die Gestaltung der Bahnhofsvorplätze und Empfangsgebäude, Entwicklung von Fahrradstationen, Verbesserung der Park + Ride-Anlagen sowie der Fahrgastinformationen.

Bahnsteig Bottrop Hbf

Aufgrund einer Gleisneuordnung und einer dadurch veränderten Streckenführung wurde vor wenigen Jahren der Bottroper Hauptbahnhof verlegt und das alte Empfangsgebäude abgerissen. Die Deutsche Bahn baute einen neuen Haltepunkt mit Bahnsteigen, Personentunnel und einem Fahrkartenautomaten. Auf Initiative der Stadt Bottrop wurde 1996 ein Architektenwettbewerb für einen neuen Bahnhof im Süden der Innenstadt ausgeschrieben. Hier soll er - als wichtige Nord-Süd-Verbindung vor allem eine bedeutende Funktion im Netz der öffentlichen Verkehrsmittel einnehmen.

Schwerpunkt der Wettbewerbsaufgabe war daher, einen Bahnhof zu schaffen, der den besonderen Anforderungen eines Haltepunkts im Streckennetz gerecht wird und gleichzeitig zu einer Visitenkarte des öffentlichen Nahverkehrs wird. Beauftragter Preisträger des Wettbewerbs ist das Büro Lange, Ullrich und Partner aus Meschede. Sie entwarfen ein lichtes Gebäude, das die Funktionen von Bahn und Bus verknüpft und Raum für bahnhofstypische Dienstleistungen wie Zeitschriftenladen, Bäckerei und Kiosk bietet. Zusätzlich wird eine Fahrradstation mit einer Kapazität von zunächst 200 Rädern in den Bahnhof integriert. Im Mai 1999 wurde die Radstation offiziell eingeweiht.