Vom Hinterhof zum Vorgarten

Land und Emschergenossenschaft vereinbaren Zusammenarbeit
Gruppenfoto
Großbildansicht Kinder modellierten ihre Vorstellungen von der Emscher und überreichten das Modell an Bauminister Oliver Wittke (links).

In Bottrop haben der Landesbauminister Oliver Wittke und der Vorstandsvorsitzende der Emschergenossenschaft Jochen Stemplewski die Kooperationsvereinbarung "Soziale Stadt NRW" unterzeichnet. Mit der Kooperation soll erreicht werden, dass die unterschiedlichen Projekte für den Emscherumbau so miteinander verknüpft werden, dass ein größtmöglicher Nutzen für die Stadterneuerung erzielt wird.

Welche Erwartungen mit der Vertragsunterzeichnung verknüpft sind, machten Kinder der Grundschule Welheimer Mark deutlich. In einem Relief modellierten sie aus Ton welchen Zustand die Emscher gegenwärtig hat und was sie sich für den Fluss wünschen.

Mit der Welheimer Mark haben Minister Wittke und Emschergenossenschaftsvorstand Stemplewski einen exemplarischen Stadtteil an der Emscher für die Unterzeichnung ausgewählt. Oberbürgermeister Peter Noetzel wies darauf hin, dass der Welheimer Mark vor einigen Jahren noch als Stadtteil ohne Entwicklungspotential galt. Dies habe sich geändert. Sowohl Bürger, als auch Unternehmen identifizieren sich mit dem Stadtteil und lassen sich mit eigenen Anstrengungen in den Erneuerungsprozess einbinden. "Das Wir-Gefühl wurde gestärkt", sagte Peter Noetzel und betonte dabei die besondere Aufgabe der Stadtteilbüros.

Großbildansicht Bei einem Rundgang durch die Welheimer Mark erklärten Oberbürgermeister Peter Noetzel (2.v.l.) und Baudezernent Bernd Tischler (links) verschiedene Bauvorhaben.

Oliver Wittke hob den besonderen Stellenwert der Emscher-Region für das Ruhgebiet hervor. 19 Millionen Euro aus dem Programm "Soziale Stadt" fließe in diesem Jahr an die Emscher. "Dies ist der Beweis, dass wir es ernst meinen mit der Unterstützung des Ruhrgebiets", sagte Oliver Wittke. Er wehrte sich damit gegen "Latrinenparolen", die CDU-Landesregierung würde bei öffentlichen Förderungen das Ruhrgebiet abkoppeln. Er sagte aber auch, dass mit Geld allein kein Strukturwandel zu bewältigen sei. Unternehmerisches Engagement und eine funktionierende Bürgerschaft seien notwendig, um Erfolg zu haben.

Etwa zwei Milliarden Euro wurden bislang für die Renaturierung der Emscher ausgegeben. Dieses Investitionsprogramm sei ein Motor der Regionalentwicklung, sagte Jochen Stemplewski: "Die Zukunft des Ruhrgebiets liegt an der Emscher." Mit der Pflichtaufgabe der umweltgerechten Abwasserentsorgung, entstehe die Chance, Bauprojekte beiderseits des Flusses zu realisieren. Die ehemals "schwatte" Emscher werde vom Hinterhof zum Vorgarten, sagte Stemplewski.

(09.10.2006)