Weitere Stolpersteine erinnern an NS-Greueltaten

Heike Biskup
Großbildansicht Heike Biskup erinnert an der Lehmkuhler Str. 12 an Bruno Seide.

Zum dritten Mal hat Gunter Demnig Bottrop besucht, um hier "Stolpersteine" zu setzen. Acht quadratische Messingplatten hat der Künstler aus Köln jetzt auf Bürgersteigen vor Häusern angebracht, in denen Opfer des Nationalsozialismus gelebt hatten. Insgesamt erinnern jetzt in Bottrop 42 Messingplatten an die Opfer der NS-Greueltaten.

Die vorläufig letzte Platte wurde vor dem Haus Lehmkuhler Str. 12 gesetzt. Sie erinnert an Bruno Seide, der vermutlich 1940 im Konzentrationslager Oranienburg hingerichtet wurde. Seide lehnte als Mitglied der Zeugen Jehovas den Wehrdienst ab. Bei einer Volksabstimmung 1936 über die Politik Hitlers weigerte er sich, seine Stimme abzugeben. Daraufhin verlor er seinen Arbeitsplatz und damit auch die Werkswohnung. Zum Autobahnbau gezwungen wurde er später erneut verhaftet, nachdem er von einem Glaubensbruder denunziert wurde.

An insgesamt vier Stationen wurden die "Stolpersteine" in den Gehweg eingesetzt. Stadtarchivarin Heike Biskup erinnerte jeweils an das Schicksal der Bottroper Nazi-Opfer. Neben den Paten der "Stolpersteine" nahmen bei dem Rundgang auch zahlreiche Verwandte der Opfer teil. Heike Biskup kündigt an, dass Gunter Demnig auch in Zukunft sein Kunst- und Gedenkprojekt in Bottrop fortsetzen wird. So ist geplant, auch an die Euthanasie-Opfer zu gedenken. "Die Liste der Opfer ist sehr lang", sagt Heike Biskup.
Demnig
Gunter Demnig kam bereits zum dritten Mal nach Bottrop, um seine "Stolpersteine" zu setzen.

(22.10.2008)



Neue "Stolpersteine" in Bottrop