Bernhard Poether - Förenkamp 27

Patenschaft für den Stolperstein: Pfarrgemeinde St. Joseph/ Willi Toensgerlemann
Portrait
Großbildansicht Bernhard Poether

geb.: 1. Januar 1906 in Datteln.

Mit seiner Familie lebte Bernhard Poether in Hiltrup, einem Vorort von Münster, wo er die ersten Klassen der dortigen Volksschule besuchte. Nach dem Theologiestudium erfolgte 1932 die Weihe zum Priester. Ein Jahr nachdem Bernhard Poether seine erste Stelle als Kaplan in Gelsenkirchen-Buer angetreten hatte, ließ er sich 1934 beurlauben und ging vorübergehend nach Krakau. Ab 1935 arbeitete er als Vikar in dem 80 km südwestlich von Krakau gelegenen Dorf Ciecina.

Im Sommer 1936 kehrte er ins Ruhrgebiet zurück und war, nachdem er zuvor Kaplan an der Herz-Jesu-Kirche in Gladbeck-Zweckel gewesen war, seit dem 11. April 1939 als Kaplan in Bottrop in der Gemeinde St. Joseph tätig. Seine Arbeit galt hier, ebenso wie schon zuvor in Gladbeck, besonders den Sorgen und Bedürfnissen der polnischen Katholiken.

Auch als nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Polen massiv antipolnische Kampagnen ergingen, Gottesdienste in polnischer Sprache verboten wurden und - auch in Bottrop - Vereinsmitglieder der nun verbotenen Rosenkranzvereine verhaftet wurden, engagierte sich Kaplan Poether weiterhin vorbehaltlos für seine Gemeindemitglieder.

Er organisierte geheime Zusammenkünfte und setzte sich mutig für die Freilassung der Inhaftierten ein. Am 22. September 1939 wurde er von zwei Gestapo-Beamten verhaftet. Die Begründungen lauteten: Engagement für die „Polenseelsorge“, kritische Äußerungen zu politischen Maßnahmen der NS-Regierung. Nach der Haft im Bottroper Polizeigefängnis wurde er zunächst in das Konzentrationslager Sachsenhausen und von dort 1941 in das KZ Dachau eingeliefert. Hier kam er am 5. August 1942 ums Leben. Eine offizielle Todesursache lautete „Herzschwäche“.

(14.08.2006)





 
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