Familie Brandt - Hochstr. 12
Leo Brandt und Familie
Patenschaft für den Stolperstein: Pfarrgemeinde St. Elisabeth und Heilig Kreuzgeb.: 30. April 1880 in Landsberg a.d.Warthe (Brandenburg).
Zuletzt mit seiner Familie wohnhaft in Bottrop, Hochstr. 12.
Leo Brandt war der Schwager von Walther Heymann und viele Jahre lang Geschäftsführer in dessen Konfektionsgeschäft in der Hochstr.12. Seit 1913 lebte er in Bottrop, hatte auch Funktionen in der hiesigen Synagogengemeinde inne.
1919 heiratete er Jenny Herz, die Schwägerin von Walther Heymann. Das Paar hatte zwei Kinder, Elisabeth und Rudolf Konrad.
Die Familie Brandt verließ Bottrop 1933 und zog von hier nach Mannheim. Die Tochter Elisabeth Brandt wanderte 1939 nach England aus. Die Eltern Leo und Jenny Brandt sowie der Sohn Rudolf wurden bei der großen Deportation am 22./ 23.10.1940 von Mannheim in das Internierungslager Gurs im unbesetzten Frankreich verschleppt. Im März 1941 wurden die Eheleute in das Lager Rivesaltes verlegt. Während Leo Brandt im Juli des Jahres von dort in das Durchgangslager Camp des Milles kam, verblieb seine Ehefrau noch einige Wochen dort und gelangte dann nach einigen Tagen Aufenthalt im Hotel Bompart in Marseille ebenfalls in das Camp des Milles.
Die Eheleute kamen 1942 nach Drancy und schließlich in das Konzentrationslager Auschwitz. Das genaue Datum ihrer Ermordung in Auschwitz ist unklar. Leo Brandt wurde für tot erklärt.
Jenny Brandt geb. Herz
Patenschaft für den Stolperstein: Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) St. Elisabeth und Heilig Kreuzgeb.: 13. März 1889 in Esens, Krs Wittmund (Ostfriesland), Ehefrau von Leo Brandt
Jenny Brandt wurde, wie auch ihr Ehemann 1942 in das KZ Auschwitz deportiert. Wann sie dort ermordet wurde, ist unklar. Jenny Brandt wurde für tot erklärt.
Rudolf Konrad Brandt
Patenschaft für den Stolperstein: SPD-Ortsverein Stadtwaldgeb.: 12. Juni 1925 in Bottrop.
Sohn von Jenny und Leo Brandt, Hochstr. 12.
Mit seiner Familie lebte Rudolf Konrad Brandt ab 1933 in Mannheim. Er ist mit seinen Eltern 1940 von dort in das Internierungslager Gurs verschleppt worden. Dort scheint er länger als seine Eltern verblieben zu sein. Sein Name ist auf einer Transportliste von Drancy nach
Auschwitz unter dem Datum 20.5.1944 zu lesen. Wahrscheinlich hat Rudolf Brandt Auschwitz überlebt und ist von dort in das Konzentrationslager Buchenwald verlegt worden. Als Todesdatum ist der 24. Februar 1945 im KZ Buchenwald vermerkt.
(14.08.2006)


