Das Reparaturgesetz und die neue Stadt Bottrop

"Dies ist für die neue Stadt Bottrop ein Tag von geschichtlicher Bedeutung"

Vorschlag des Innenministers vom 2.2.1976:

Gesetzentwurf
Großbildansicht Der Gesetzentwurf des Landtages sah vor, Botrrop an Essen anzugliedern.

Die Selbstständigkeit von Bottrop, Gladbeck und Kirchhellen wird abgelehnt, auch die Eingliederung in den Kreis Recklinghausen. Bottrop soll mit Teilen von Kirchhellen (Grafenwald) nach Essen, Gladbeck mit Kirchhellen-Mitte und Feldhausen werden Gelsenkirchen zugeschlagen.

Zum Gesetzentwurf fand am 27.02.1976 unter Vorsitz des Innenministers eine Anhörung im Rathaus der Stadt Bottrop statt:

Fazit des Innenministers Hirsch nach dieser Runde: "Ja Herr Wilczok, wie ich hier feststelle niemand will sie haben."

Aus den Ratbeschlüssen der Nachbarstädte:

Essen:
"Der Rat der Stadt Essen lehnt die Eingliederung Bottrops nach Essen ab".

Oberhausen:
"Die vom Innenminister als Alternative erwogene Möglichkeit eines Zu-sammenschlusses der Städte Oberhausen und Bottrop entspricht nicht den Grundsätzen des Ruhrgebietsgesetzes"

Öffnungsklausel des Gesetzentwurfes:

Bügermeistervilla
Großbildansicht Bügermeistervilla Kirchhellen

Freiwillige Zusammenschlüsse der Gemeinden. Ein Gebietänderungsvertrag zwischen Bottrop und Gladbeck kommt nicht zustande. Kirchhellen sah die Gefahr einer Dreiteilung des Gemeindegebietes und stimmte nach zähem Ringen einem freiwilligen Zusammenschluss zu.
Am 20.5.1976 wurde in der 3. Lesung das Änderungsgesetz zum Ruhrgebietsgesetz beschlossen. Bottrop mit Kirchhellen blieb kreisfreie Stadt. Gladbeck wurde in den Kreis Recklinghausen eingegliedert.

Das Presseecho gipfelt in der Feststellung: Wilczok der große Gewinner, Hirsch der große Verlierer

Das Gesetz tritt am 1.7.1976 in Kraft. Ernst Wilczok wird vom Innenminister für die Übergangszeit bis zur Kommunalwahl zum Kommissar ernannt. Nach der Kommunalwahl am 3.Oktober 1976 wird er mit großer Mehrheit zum Oberbürgermeister der neuen Stadt gewählt

(31.01.2006)