Kulturzentrum-Erweiterung: Baubeschluss steht an

Nach Planungsgremium weitere Beratung im Kulturausschuss
„Es ist ein toller Entwurf. Lasst uns anfangen.“ Kulturdezernent Willi Loeven (v.l.), Bürgermeister Klaus Strehl, Oberbürgermeister Bernd Tischler und Bürgermeisterin Monika Budke haben sich für den Entwurf des Essener Architekturbüros Heinrich Böll entschieden.

Das Kulturzentrum August Everding soll für rund 1,9 Millionen Euro erweitert werden. Während einer Pressekonferenz im Rathaus wurde der Entwurf des Essener Architekturbüros Heinrich Böll vorgestellt. Einstimmig hatten sich bereits eine Auswahljury und der Planungsausschuss für den 750 Quadratmeter großen Anbau entschieden.

Im Wettbewerb waren noch zwei weitere Entwürfe der  Bottroper Architekturbüros Norbert Verfürth sowie Wolfgang Strelzig und Michael Klump Architekten. Die Funktionalität der Räume sowie die technischen und gestalterischen Anforderungen seien in dem Entwurf des Essener Büros am Besten gelöst, begründete Oberbürgermeister Bernd Tischler die Empfehlung der Findungskommission. „Die einzelnen Bereiche des Kulturzentrums können unabhängig von den jeweiligen Öffnungszeiten genutzt werden“, sagte er.

Im Zentrum des Entwurfs steht ein Kulturforum. Dieser Gebäudeteil ist mit einem Glasgang mit dem neuzugestaltenden Eingangsbereich der Bibliothek verbunden. Kulturforum und Glasgang fassen mit dem bestehen Gebäudekomplex den Kulturhof ein, der so die Möglichkeit für Freiluft-Veranstaltungen bietet.

Die Vorsitzende des Kulturausschusses Bürgermeisterin Monika Budke lobt die Transparenz und Leichtigkeit, die der Anbau vermittelt. „In Verbindung mit der Lebendigen Bibliothek hat man im Sommer Gelegenheit im Innenhof ein Buch oder eine Zeitung zu lesen“, sagte sie. 

Die gute Erreichbarkeit der einzelnen Bereiche des Kulturzentrums über den neugestalteten Eingang lobte der Vorsitzende des Planungsausschusses Bürgermeister Klaus Strehl. „Mir imponiert die klare Gliederung und die Leichtigkeit“, sagte er und verweist zudem darauf, dass der Entwurf den vorhandenen Baumbestand berücksichtigt.

Bereits seit einigen Jahren gibt es die Idee mit einem Erweiterungsbau die Städtische Galerie und das „junge museum“ zu ersetzen. Das Land hatte aus dem Stadterneuerungsprogramm 2013 für die Planungsleistungen einen Betrag in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung sollten drei Architekturbüros die städtebaulichen und gebäudebezogenen Rahmenbedingungen zur nachhaltigen Erweiterung des August-Everding-Kulturzentrums überprüfen.

Im Frühjahr nächsten Jahres sollen die Arbeiten auf dem zurzeit als Parkplatz genutzten Kulturhof beginnen. Die Bauarbeiten werden rund anderthalb Jahre dauern, so dass für Ende 2018 die Eröffnung geplant ist. Mit dem Anbau erhält das Kulturzentrum einen neuen Haupteingang. Von dort aus verzweigen sich die Wege zur Bibliothek, der VHS, dem Kammerkonzertsaal und dem neuen Kulturforum. In dem Eingangsfoyer werden eine Cafeteria, die Theaterkasse und das automatische Ausleihsystem der Bücherei integriert.

Das Kulturforum bietet Platz  für Veranstaltungen mit rund 200 Besuchern. Ähnlich wie im Museum Quadrat wird das Innere durch Lichtbänder im Dach beleuchtet. Insbesondere für Ausstellungen bietet dies eine optimale Voraussetzung. „Das ist ein Pfund bei den lokalen und regionalen Künstlern, die sich sehr auf das Kulturforum freuen“, sagte der Leiter des Kulturamtes Dieter Wollek.

Auch der Kulturdezernent Willi Loeven sieht in dem Entwurf eine städtebauliche und architektonische sowie funktionale Verbesserung. „Wir sind alle zufrieden, jetzt müssen wir nur noch bauen“, sagte er.

Nach der Zustimmung des Planungsausschusses und der Findungskommission, der Oberbürgermeister Bernd Tischler, dem noch im Amt befindlichen Technischen Beigeordneten Norbert Höving, dem Leiter des Kulturamtes Dieter Wollek, dem Technischer Leiter des Fachbereichs Immobilienwirtschaft Andreas Schnellbach, der Leiterin des Stadtplanungsamtes Christina Kleinheins, dem Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Stadterneuerung Heribert Wilken, der Vorsitzenden des Kulturausschusses Monika Budke und dem Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtplanung und Umweltschutz Klaus Strehl angehörten, befassen sich noch der Kulturausschuss und abschließend der Haupt- Finanz- und Beschwerdeausschuss am 3. Mai mit dem Vorhaben. Oberbürgermeister Bernd Tischler zuversichtlich, dass die Politik zustimmen wird: „Es ist ein toller Entwurf. Lasst uns anfangen.“

Der Entwurf sieht den Bau eines neuen Engangs an der Bücherei und eines mit einem Glasgang verbundenen Ausstellungssaals vor.

(12.02.2016)