Stadtarchiv hält Materialien zur Erforschung der Stadtgeschichte bereit
Bücherwürmer hätten ihre Freude: meterweise altes Papier, etwas angegilbt, teilweise noch von Hand beschrieben. Aber auch geschützt vor dem Zahn der Zeit, vor Schimmel und eben vor gefräßigen Bücherwürmern. Zu finden sind die papiernen Schätze im Magazin des Stadtarchives im Kulturzentrum.
Wer an der Erforschung der Stadtgeschichte interessiert ist, oder wer der Historie der eigenen Familie sind, bietet das Archiv einmalige Möglichkeiten. Wird doch hier (fast) alles aufbewahrt, was im weitesten Sinne mit der Stadt zu tun hat: Rats- und Ausschussprotokolle, Vorgänge aus Ämtern der Stadtverwaltung, veröffentlichte Schriften, Tageszeitungen, Bücher, Fotos und anderes mehr.
Doch werden diese historischen Zeugnisse nicht nur einfach aufbewahrt: Das Stadtarchiv ist zugleich Dokumentations- und Forschungsstelle zur Geschichte der Stadt, wie auch zuständig für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Historie.
Die Mitarbeiter des Archives veröffentlichen wissenschaftliche Schriften, die sowohl wertvolle Informationen zur Bottroper Geschichte geben als auch interessante Hinweise zu den Beständen des Stadtarchivs liefern. Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen der Stadtgeschichte - sowohl im Kulturzentrum August Everding als auch an verschiedenen Standorten in den Stadtteilen - gewähren weitere historische Einblicke.
Westerholt-Gysenbergschen Sammlung
Zu den Beständen des Bottroper Stadtarchivs gehört auch die historische Buchsammlung aus der ehemaligen Schlossbibliothek der Grafen von Westerholt-Gysenberg. Seit einiger Zeit ist diese Sammlung in den Räumen der ehemaligen Verwaltungsbücherei im Rathaus untergebracht. Bei dem Bestand handelt sich um eine in NRW einmalige Sammlung von ca. 6.500, zumeist wertvollen Bänden des 16. bis 19. Jahrhunderts. Bereits vor einigen Jahrzehnten waren die Bücher von dem damaligen Leiter des Stadtarchivs, Dr. Rudolf Schetter, bei einer Auktion auf dem Westerholt'schen Schloss Arenfels erworben worden.
"Es wäre zu wünschen, dass dieses einzigartige Studienmaterial nicht in alle Winde zerstreut würde, sondern dass eine öffentliche Sammlung sich seiner annähme ...," so hatte der renommierte deutsche Literaturhistoriker Richard Alewyn im Auktionskatalog geschrieben. Und so ist es tatsächlich als Glücksfall zu bezeichnen, dass der Großteil der Sammlung nach Bottrop kam und dass die Bücher dank großzügiger finanzieller Unterstützung (u. a. der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung) von der Uni-Arbeitsstelle "Historische Bestände in Westfalen" restauriert und katalogisiert werden konnten. Die Bücher sind auch über das Internet weltweit recherchierbar.
(12.12.2011)
Weitere Infos im WWW:
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Seite der Universitäts- und Landesbibliothek Münster
Recherchemöglichkeit zur Buchsammlung Westerholt-Gysenberg


