30 Jugendliche komponierten ein eigenes "Lied für Europa"

Jugendamt organisierte internationalen Band-Workshop mit zwei Partnerstädten
30 Jugendliche haben im Juli im Jugendhaus "Spielraum" ein ganz besonderes Projekt "gestemmt": Unter dem Motto "Band 2010: Ein Lied für Europa" haben sie in einem Bandwettbewerb verschiedene Songs komponiert und eingespielt, mit denen die fünf Bands die Farben Bottrops bei einem großen Abschlusstreffen am 31. Juli in Mülheim vertreten haben. Der Workshop war Teil des Ruhr.2010-Jugendprojektes "Variete de la Vie", bei dem die Städte Essen, Oberhausen, Mülheim, Duisburg, Dinslaken und Bottrop nebst der jeweiligen internationalen Partnerstädte zusammengearbeitet haben, um jugendkulturelle Inhalte zu produzieren und zu präsentieren.

Großbildansicht 30 Jugendliche aus drei Ländern nahmen am Band-Workshop teil.

Mit der Bandaktion in Bottrop wurde das erfolgreiche Musical-Projekt "Der kleine Prinz" aus dem Jahr 2008 weitergeführt, das in Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus der französischen Partnerstadt Tourcoing realisiert wurde. Die Kontakte blieben so eng, dass sieben Jugendliche aus Tourcoing auch jetzt wieder mit dabei waren. An dem Casting für musikbegeisterte Jugendliche und junge Erwachsene nahmen außerdem zehn junge Leute aus der polnischen Partnergemeinde Gliwice sowie 13 aus Bottrop teil. Sie werden unterstützt und gefördert von fünf Profimusikern: Axel Julius (Produzent und Gittarist der Gruppe "Scanner"), Wayne Graves (Produzent, Musiker und Studiotechniker), Andreas Kurth (Bandmusiker beim Musical "Buddy"), Oliver Emanowski (Songschreiber und Bandmitglied bei "Darkness", "Eure Erben" und "Scanner") sowie Dirk Biesgen (Songschreiber und Mitglied der Gruppen "Talfahrt" und "Kröger rockt").

Großbildansicht Nach dem Casting wurden die Jugendlichen auf fünf Bands verteilt.

Die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 21 Jahren bildeten nach dem Casting fünf Bands, die jeweils ein bis zwei "Lieder für Europa" komponierten und einstudierten. "Wir hatten auch Jugendliche aus den Bottroper Partnerstädten Merseburg, Blackpool und Veszprem zur Teilnahme eingeladen, doch ließ es sich dort nicht entsprechend einrichten", bedauert Projektleiter Norbert Eickholt. "Aber alle Anderen haben musikalische und kulturelle Erfahrungen gesammelt, die sie nie vergessen werden", betont Elisabeth Kößmeier, zuständige Abteilungsleiterin im Jugendamt.

Während des zweiwöchigen Projektes fanden täglich Workshops statt, in denen die Bands nicht nur komponieren konnten, sondern auch professionelle Musiker, Komponisten und Musikproduzenten trafen und gemeinsam mit ihnen an einer CD arbeiteten, auf der alle produzierten Titel eingespielt wurden. Die Teilnehmer profitierten dabei auch von dem gerade fertig gewordenen Musikstudio des Jugendamtes am "Spielraum", das mit der neusten Technik ausgestattet ist. Verschiedene Freizeitangebote, wie Disco- und Grillabende, und eine Open-Air-Filmnacht rundeten das Programm ab. Untergebracht waren die 30 Jugendlichen in Zelten auf dem Hof des "Spielraumes".

Großbildansicht Erste Übungen im Aufnahmestudio.

Dort ging es natürlich die eine oder andere Nacht auch etwas höher her. Der Abschluss des "Ruhr.2010"-Projektes "Varieté de la Vie" fiel dann allerdings deutlich leiser aus als geplant. Aus Respekt vor den Opfern der Loveparade in Duisburg und angesichts der auch am 31. Juli durchgeführten Trauerfeier entschlossen sich die Veranstalter des internationalen Jugendkulturfestivals, auf den Festivalcharakter des Tages zu verzichten. Das geplante Open-Air-Rahmenprogramm wurde abgesagt. Stattdessen präsentierten die 400 Jugendlichen aus Bottrop, Dinslaken, Duisburg, Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen und die Gäste aus mehr als 15 Nationen ihre künstlerischen Arbeiten in den Räumen des Mülheimer Ringlokschuppens. Für Bottrop waren die Soul-Band "Souled Out" mit ihrem Stück "We can build the house", die Hip-Hop-Band "More Kardes" mit ihrem Sprechgesang "Europa" und die Folk-Band "No Boundaries" mit ihrem Lied "No boundaries" am Start. Auch Rock und Pop war mit den Bands "Frytka" und "Unique" und den Kompositionen "You can try" und "Say it" vertreten. Daneben traten der gemeinsame Chor "Spielraum-Aid" und die "Spielraum-Hausband" - die "Escape Crew" - im Ringlokschuppen auf.

Großbildansicht Projektleiter Norbert Eickholt im neuen Musikstudio.

"Spielraum"-Leiter Norbert Eickholt betont, dass es den Jugendlichen viel Spaß gemacht habe, "obwohl sie oft bis Mitternacht komponiert und geprobt haben". Auch die Jugendlichen selbst sprechen von einer tollen Zeit und tiefen Erfahrungen. Der Wunsch nach einer Fortsetzung dieses (internationalen) Projektes steht im Raum, was sich auch Koordinatorin Elisabeth Kößmeier gut vorstellen kann. Doch sie weiß um den leeren Stadtsäckel und auch Jugendamtsleiter Martin Notthoff bremst zu hohe Erwartungen: "Das Projekt 'Ein Lied für Europa" war sehr aufwändig - auch finanziell. Da müssen wir erst einmal schauen, was eventuell in den nächsten Jahren möglich ist."

Interessierte erhalten die verschiedenen "Lieder für Europa" auf einer CD. Im "Spielraum" nachfragen (Tel.: 70 3636)!

(10.08.2010)