Kommunale Gesundheitskonferenz

Ein Überblick über die Arbeitsschwerpunkte

Hilfen für Drogenabhängige, die Förderung von Selbsthilfegruppen und die gesundheitliche Versorgung von Einwanderern in Bottrop - das sind die Themen, mit denen sich die Kommunale Gesundheitskonferenz in Bottrop in diesem Jahr befasst. Bei einer Versammlung am 16. September 2002 im Städtischen Saalbau legten die fünf Arbeitskreise, die im Auftrag der Kommunalen Gesundheitskonferenz die Hilfen für Drogenabhängige in Bottrop untersucht haben, nun ihre Berichte vor.


In der ersten Arbeitsgruppe - beteiligt waren die Kaufmannschaft, die Polizei, der Kommunale Ordnungsdienst, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) und die Beschäftigungsgesellschaft GeDiRec unter Federführung des Gesundheitsamtes - ging es um den Umgang mit Gruppen von Drogenabhängigen, die sich zum Beispiel am Pferdemarkt aufgehalten haben. Hier wurde die Einrichtung einer Anlaufstelle im Innenstadtbereich empfohlen, die Aufenthaltsmöglichkeiten, Schutz vor Regen, Zugang zu Toiletten und warme Mahlzeiten bieten soll. Für vorteilhaft hält die Arbeitsgruppe außerdem den Umstand, mit solch einer Maßnahme Drogenabhängigen, die mittlerweile substituiert werden oder ganz abstinent leben, den Wiedereinstieg in das Berufsleben ermöglichen zu können. In der Diskussion bewerteten die Mitglieder der Gesundheitskonferenz den Vorschlag generell als wünschenswert. Jedoch zeichnet sich derzeit keine Möglichkeit ab, die erforderlichen 50.000 € zur Grundfinanzierung des Projektes aufzubringen.


Während Arbeitsgruppe 2 die bestehenden Hilfen in Bottrop in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit auffälligem Suchtmittelkonsum als ausreichend bewertete, sprach die dritte Arbeitsgruppe eine Empfehlung aus: die Methadonsubstitution bei Opiatabhängigen sollte mit finanzieller Unterstützung des Sozialamtes auch in den Fällen ermöglicht werden, in denen die Krankenversicherungen der Betroffenen eine Kostenübernahme abgelehnt haben. Gegen diese Empfehlung regte sich allerdings in der Kommunalen Gesundheitskonferenz erheblicher Widerspruch - nicht allein aus finanziellen Gründen, sondern auch wegen rechtlicher Bedenken.


Die Verbesserung der stationären Behandlungsmöglichkeiten von Suchtkranken in Bottrop war das Thema der Arbeitsgruppe 4. Hier wurde zwar insgesamt eine quantitativ ausreichende und qualitativ zufriedenstellende Versorgung von Suchtkranken durch die drei Bottroper Krankenhäuser festgestellt. Allerdings wurde die bessere Vernetzung mit den Suchtberatungsstellen und der Krankenhäuser unter einander vorgeschlagen. Auf diesem Hintergrund konnte bereits eine Absprache des Knappschaftskrankenhauses mit dem Antoniushospital bezüglich des sogenannten "Turboentzugs" getroffen werden. Im Marienhospital finden aufgrund des Vorschlags inzwischen Sprechstunden der Suchtberatungsstelle des Gesundheitsamtes statt.


Aus der fünften Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Arbeitsamtes, des Sozialamtes, der Drogenberatungsstelle Jugendhilfe e.V. und der GeDiRec, wurde neben Überlegungen zur beruflichen Rehabilitation von Drogenabhängigen über die konkreten Erfahrungen mit Suchtkranken bei einem Programm zur Gewöhnung an Arbeit berichtet.

Mit einem ersten Ergebnis wartete auch das Arbeitsteam zur Förderung der Selbsthilfegruppen in Bottrop auf: Beim DPWV wurde eine "Unterstützungsstelle" für diese Gruppen eingerichtet. DPWV-Vertreterin Andrea Multmeier berichtete von den ersten Erfahrungen in der dortigen Arbeit.

Als neues Thema wird sich die Gesundheitskonferenz nun der gesundheitlichen Versorgung von Einwanderern in Bottrop widmen.