Reise-Krankheiten
Die Deutschen sind weiterhin Weltmeister im Reisen. Flüge zum Taxipreis und Reiseschnäppchen als Zugabe zum Kaffeekauf sind üblich geworden. Neben den neuen Eindrücken im Ausland werden aber auch Krankheitserreger aufgenommen, mit denen der Körper häufig noch nicht vertraut ist.
SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) zeigte, wie schnell deren Weiterverbreitung möglich ist. Asientouristen sahen sich plötzlich mit einer "Last-Minute-Krankheit" konfrontiert, deren Auswirkungen nicht absehbar schienen. Panikstimmung kam auf, Stornierungen waren die Folge. Dank der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden konnte durch vorbeugende Maßnahmen SARS gestoppt werden.
Ganz anders sieht die Situation in Bezug auf klassische Infektionskrankheiten aus, an denen weltweit immer noch Millionen von Menschen sterben. Dieses ständige Risiko ist den wenigsten Reisenden bewusst. Mehr als die Hälfte der Touristen leiden aber an gesundheitlichen Problemen im Zusammenhang mit der Reise.
Reisemedizinische Beratung erhalten Sie im Gesundheitsamt der Stadt Bottrop, Gladbecker Str. 66. Ansprechpartner ist Herr Bernd Trautmann Tel.: 02041/70-3292
Häufige Krankheiten und weitere gesundheitliche Gefahren sind:
Durchfall
Erkältung
Malaria
Hepatitis A
Hepatitis B
Gelbfieber
Frühsommer-Hirnhautentzündung
Unfälle
chronische Krankheiten
Durchfallerkrankungen:
Montezumas Rache kann fürchterlich sein. Die Vermeidung kritischer Speisen und Getränke beugt vor: "Koch es, schäl' es oder vergiss es!" Die Reiseapotheke bietet Hilfe im Krankheitsfall. Zucker- und Elektrolytlösungen senkten die weltweite Sterblichkeit um mehr als 50%.Erkältungskrankheiten
sind durch Klimawechsel, Badeurlaub, air condition und beengte Transportbedingungen im Flugzeug und Bus häufig und bedürfen mitunter einer Antibiotikatherapie. Die spezifische Grippeschutzimpfung kann weltweit nützen.Malaria
trifft jährlich etwa 1000 Deutsche, hiervon sterben etwa 1%! In Risikogebieten ist neben einem wirksamen Schutz vor Mückenstichen eine Prophylaxe mit rezeptpflichtigen Tabletten nötig. Neue Medikamente ermöglichen eine insgesamt kürzere Einnahme bei besserer Verträglichkeit.Hepatitis A
, die "ess- und trinkbare Gelbsucht", an der pro Jahr etwa 3000 Deutsche erkranken. Sie ist durch eine Impfung eine Woche vor Abreise noch zu verhüten. Die 2. Impfung nach einem halben Jahr schützt danach über mindestens 10 Jahre. Neu auf dem Markt ist die Kombination, die gleichzeitig auch gegen Typhus Schutz bietet. Aktuell ist dies insbesondere auch für Türkeiurlauber zu empfehlen.Hepatitis B
, die sexuell oder durch Blut übertragene Gelbsucht ist 100 mal ansteckender als HIV. Sie kann zur chronischen Leberentzündung, -zirrhose und -krebs führen. Ein sehr gut verträglicher Impfstoff existiert, der für Kinder und Jugendliche allgemein empfohlen und für sie von den Krankenkassen übernommen wird. Bei Erwachsenen bietet sich die Kombination mit Schutz gegen Hepatitis A an, die jedoch mindestens 6 Wochen vor Reiseantritt durchgeführt werden sollte.Gelbfieber
im tropischen Afrika und Südamerika verläuft oft tödlich. Die Impfung ist für einige Länder verpflichtend vorgeschrieben und schützt zuverlässig für die Dauer von 10 Jahren. Sie kann nur in autorisierten Impfstellen verabreicht werden. Für Bottrop ist diese im Gesundheitsamt (Gladbecker Str. 66, Tel.: 02041/70-3292) eingerichtet.Unfälle
, Haupttodesursachen bei Urlaubern sind Straßenverkehrs- und Badeunfälle. Anschnallen, pausieren, keine Zweiräder benutzen, nicht allein zu schwimmen oder tauchen senken das Risiko. Übrigens jährlich sterben mehr Menschen an herabfallenden Kokosnüssen, als an Haifischbissen.Reisemedizin
berücksichtigt jedoch nicht nur Erkrankungen in der Ferne, sondern auch beispielsweise FSME (Frühsommer-Hirnhautentzündung) nach Zeckenbiss in Bayern oder im Schwarzwald. Auch hier schützt als wichtigste vorbeugende Maßnahme eine Impfung zuverlässig. Als Grundvorsorge sind weltweit die Impfungen gegen Tetanus, Diphterie und Polio zu empfehlen. Ein wirksamer Schutz besteht jedoch bei über der Hälfte der Erwachsenen nicht mehr! Mit der kombinierten Auffrischung in einer Spritze ist jedoch rasch wieder ein 10-Jahres-Schutz herzustellen.Für die Reiseplanung ist auch die derzeitige körperliche Verfassung entscheidend. Chronisch Kranke können reisen, ohne ärztliche Beratung spielen sie aber Roulette. Kleinkinder und Schwangere sollten möglichst nicht in die Tropen fahren. Bergsteigen benötigt vorheriges intensives Training und entsprechende Ausrüstung. Auch für die Reisemedizin gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen.

