Borkenflechte (Impetigo contagiosa)
Wodurch wird die Erkrankung hervorgerufen?
Impetigo contagiosa ist eine sehr ansteckende bakterielle Hautinfektion, die in 80 % aller Fälle durch A-Streptokokken und in ca. 20 % durch den Erreger Staphylokokkus aureus hervorgerufen wird. Mangelnde Körperhygiene ist nur selten der Auslöser dieser Erkrankung. Meist sind es Faktoren in der Haut, wie z. B. vorbestehende Schädigung durch Ekzeme oder Abschürfungen, die die Erkrankung begünstigen. Häufig sind kleine Kinder betroffen, da deren Immunabwehr noch nicht ausgereift ist.
Wie kann man sich anstecken?
Die Übertragung erfolgt durch Hautkontakt oder durch Berührung mit infizierter Kleidung.
Wie lange dauert es, bis die Erkrankung ausbricht?
Die Inkubationszeit (Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt meistens 2 bis 10 Tage, manchmal auch länger. Der Erkrankte ist so lange ansteckend, bis alle offenen, eitrigen Hautstellen abgeheilt sind.
Welche Krankheitszeichen gibt es?
Typisch für die Borkenflechte sind eitrige Hautbläschen, die kurz darauf platzen und eine honiggelbe Kruste hinterlassen. Durch Kratzen können sich befallene Hautstellen über den Körper verteilen.
Zu welchen Komplikationen kann die Erkrankung führen?
In seltenen Fällen können die Erreger auf tiefere Hautschichten übergreifen und Nagelbett- oder Nagelfalzentzündung hervorrufen. Sehr selten, meistens bei Störung der Immunab-wehr, können die Bakterien ins Körperinnere vordringen und z. B. zu Nierenentzündungen führen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Da je nach Schwere der Erkrankung eine abgestimmte Antibiotika-Therapie erforderlich ist, sollte bei Verdacht ein Arzt aufgesucht werden. Bei kleinen befallenen Hautstellen genügt das regelmäßige Auftragen antibiotikahaltiger Salben, bei größeren oder mehreren Stellen muss das Antbiotikum als Saft oder Tablette eingenommen werden.
Welche zusätzlichen Maßnahmen sollten ergriffen werden?
Um ständige Neuinfektionen zu verhindern, ist eine sorgfältige Körperhygiene notwendig.
Kleidung, Bettwäsche, Handtücher usw., die mit den Bakterien in Berührung kamen, sollten bei 60 bis 90° C gewaschen werden.
Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Schulen usw.) dürfen erst nach Abheilen aller infizierten Hautstellen wieder besucht werden. Gesunde Geschwisterkinder oder Eltern, die in einem Haushalt mit dem Erkrankten leben, können weiterhin Kindergarten oder Schule besuchen.
Wie kann man sich vor der Erkrankung schützen?
Eine Impfung steht nicht zur Verfügung. Auf Haut-Körperkontakt mit erkrankten Personen sollte man verzichten. Auch Kontakt mit infizierten Kleidungsstücken und Gegenständen sollte vermieden werden.
Quelle:
Infektionsschutzgesetz (IfSG)
Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts zum IfSG
Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde
Handbuch der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (3. Aufl., 2000)

