Die Schäfers-Ludwig-Stiftung hilft pflegenden Angehörigen

Untersützung bei der Pflege von Demenzkranken

Dr. Astrid Danneberg (v.l.), Dr. Anette Bunse, Mariele Schäfers, Willi Loeven und Bernhard Schäfers wollen mehr tun für die Anerkennung Demenzkranker und deren pflegender Angehöriger.

Über einen besseren Umgang mit demenzkranken Menschen will die Schäfers-Ludwig-Stiftung informieren. Vor einem Jahr hat das Ehepaar Bernhard und Mariele Schäfers die Stiftung gemeinsam mit der Stadt Bottrop gegründet. In Rahmen eines Pressegesprächs wurde nun Bilanz gezogen und ein Ausblick auf kommende Aufgaben genommen.

Bernhard und Mariele Schäfers hatten sich zur Gründung der Stiftung entschlossen, nachdem ihre beiden Väter an Demenz erkrankt waren. Sie fühlten sich überfordert und alleingelassen in der Rolle der pflegenden Kinder. "Die Hilfe für Angehörige ist sehr wichtig, um mit der veränderten Persönlichkeit eines Demenzkranken fertig zu werden", sagt Mariele Schäfers. Der für das städtische Gesundheitsamt zuständige Dezernent Willi Loeven fast die Aufgabe der Stiftung in der Frage zusammen: "Wie geht man mit der Krankheit um, um nicht selbst zur Belastung zu werden?"

Gründe für Spannungen bei der Pflege von Demenzkranken kann die Umkehrung der Rollen sein. Eltern, auf die sich die Kinder lebenslang haben verlassen können, müssen jetzt gepflegt werden. Die demenzkranken ihrerseits haben zunehmend Schwierigkeiten, ihre Bedürfnisse und Wünsche der Umgebung mitzuteilen. Das Gesundheitsamt bietet hier so genanntes Achtsamkeitstraining an. Die pflegenden Angehörigen sollen frühzeitig erkennen, mit Wut und Frustration umzugehen. "Es geht darum, mit den eigenen Reaktionen fertig zu werden, wenn man wütend auf die demenzkranken Eltern wird", betont Dr. Astrid Danneberg vom Gesundheitsamt. Verschärft wird die Situation oft dadurch, dass die Kinder keine Dankbarkeit von ihren kranken Eltern bekommen und zum Teil von ihnen nicht einmal mehr als Söhne oder Töchter erkannt werden.

Über die Kursangebote, die vom Gesundheitsamt vermittelt werden, hinaus, bietet die Stiftung Hilfe und Entlastung durch Austausch, Information, Beratung und Pflegetipps. So wird sich die Stiftung an der Demenz-Woche "Gedanken wie Seifenblasen" im Juni kommenden Jahres beteiligen. Dabei soll für Verständnis geworben und gezeigt werden, dass trotz Demenz die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben möglich ist. Grundsätzlich gilt, dass acht Prozent der über 65-Jährigen an Demenz erkrankt sind. Für Bottrop bedeutet dies, dass rund 2.400 von dieser Krankheit betroffen sind.

Im Stiftungsvorstand arbeiten neben den Stiftern die Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Sozialausschusses, Renate Palberg und Dr. Annette Bunse, sowie Stadtkämmerer Willi Loeven als Dezernent für Soziales und Gesundheit mit. Die Koordinierung der Arbeit haben im städtischen Gesundheitsamt Barbara Josfeld, Telefon: 0 20 41 / 70 35 62, und Dr. Astrid Danneberg, Telefon 0 20 41 / 70 33 34, übernommen.

(04.11.2011)