Demenzmobil jetzt im Stadtgebiet unterwegs

Das Gesundheitsamt der Stadt Bottrop baut ein lokales Netzwerk rund um die Demenzversorgung auf, an dem Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und medizinische Dienste beteiligt sind. Der mobile Demenzservice des Gesundheitsamtes, der vom Landesgesundheitsministerium ausgezeichnet wurde, ist ein Projekt dieser Kooperation. Dieser Dienst wird jetzt durch ein Info-Mobil ausgebaut, das jetzt präsentiert wurde.
Astrid Danneberg, Renate Schwemin-Masur, Barbara Fluchs, Klaus Erkrath, Barbara Josfeld
Großbildansicht Astrid Danneberg, Renate Schwemin-Masur, Barbara Fluchs, Klaus Erkrath und Barbara Josfeld mit dem Demenz-Mobil.

Das Info-Mobil mit dem Slogan "Länger fit bleiben - auch mit Demenz" begibt sich ab sofort auf Tour durch die Stadt. Es soll Werbeträger für den Dienst des Gesundheitsamtes sein, der dezentral mit freien Trägern Sprechstunden zum Thema anbietet. "Wir erleben, dass das Thema Demenz in betroffenen Familien oft ein Tabu ist", sagt Barbara Josten. Sie ist Ansprechpartnerin in dem Sprechstunden-Dienst. "Es besteht eine Hemmschwelle sich einzugestehen, dass man unter Demenz leiden könnte. Vor allem haben viele Menschen Angst, ihre Selbständigkeit zu verlieren." Gerade dies soll durch eine rechtzeitige Prävention verhindert werden.

Frühzeitige medizinische Intervention, beispielsweise mit Medikamenten und therapeutischen Maßnahmen, kann den Krankheitsverlauf verlangsamen. "Man darf nicht warten, bis die Menschen ein Pflegefall geworden sind", sagt Dr. Astrid Danneberg, die seit 2003 im Gesundheitsamt ein Netzwerk zur Versorgung von Demenzpatienten aufbaut. An diesem Netzwerk sind Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Pflegedienste und soziale Einrichtungen beteiligt.

Mit der Behandlung von Demenz-Patienten sind die Ärztinnen Barbara Fluchs und Dr. Renate Schwemin-Masur, beide im Krankenhaus St. Antonius tätig, betraut. Dass auf die Demenz-Erkrankungen größeres Augenmerk gelegt wird, wirke sich unmerklich im Umgang mit älteren Patienten aus. "Ich kann mich an Fälle aus meiner frühen Arztlaufbahn erinnern, in denen ältere Patienten aus heutiger Sicht ganz offensichtlich Demenz-Symptome hatten", sagt Dr. Renate Schwemin-Masur. "Da aber der Fokus nicht auf diese Erkrankungen gelegt war, sei man oft dem nicht näher nachgegangen."

Zur Zeit wird eine standardisierte Anamneseerhebung erarbeitet. Mit Schnelltests kann der Weg eröffnet werden, schneller in den Krankheitsverlauf einzugreifen. Mittlerweile wurde ein Patientenpass entwickelt. Ähnlich wie ein Blutspendeausweis und entsprechende Papiere bei Diabetikern, soll er die Hilfe im Notfall erleichtern. Zu den Aufgaben des Netzwerkes gehört auch die systematische Fortbildung, um Angehörige, Betreuer und Ärzte zu sensibilisieren.

(15.12.2009)