Katholische Kitas bekommen neue Träger

Kirche zieht sich aus Kindertagesstätten zurück: Keine Auswirkung für Kinder und Eltern
Die katholische Kirche zieht sich aus der Trägerschaft von sieben Bottroper Kindertagesstätten zurück. Doch für die meisten Eltern, Kinder und Erzieherinnen wird sich nichts ändern. Dies sagt der erste Beigeordnete Dr. Klemens Kreul während einer Pressekonferenz: "Niemand fällt ins Bergfreie."

Die katholische Kirche gibt aus finanziellen Gründen die Trägerschaft einiger Kindergärten ab. Rund 320 Kinder sind von dieser Entscheidung betroffen. Geschlossen werden danach die Kindergärten St. Lioba und von St. Paul. Die wegfallenden Betreuungsplätze werden von anderen Kindertagesstätten bereitgestellt. Für die Kindertagesstätten von St. Antonius, St. Anna, St. Michael und Heilig Kreuz wird es im nächsten Jahr neue Träger geben. Interesse zur Übernahme haben das Deutsche Rote Kreuz - für St. Anna - und die Arbeiterwohlfahrt - für St. Michael - angemeldet. Die Kindertagesstätten von Heilig Kreuz und St. Antonius werden nach der bisherigen Planung von der Stadt Bottrop übernommen. Die Kindertagesstätte von St. Suitbert in Vonderort wird bereits ab dem 1. August diesen Jahres von der Stadt übernommen.

Jugendamtsleiter Martin Notthoff betont, dass die Kindertagesstätten bestehen bleiben. "Es werden keine Kindergärten geschlossen. Lediglich der Träger wird gewechselt", sagt Notthoff.

Dr. Kreul setzt auf eine reibungslose Umstellung. "Wir wollen für Kinder, Eltern und Beschäftigte einen möglichst geräuschlosen Übergang", sagt Dr. Kreul. Er betont, dass dies auch für die inhaltliche und pädagogische Arbeit der Kitas gelte: "Städtische Mitarbeiter werden nicht in die konzeptionelle Ausrichtung hereinreden."

Auch Bürgermeister und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses Hans Schürmann betont die Planungssicherheit für Eltern und Politik. Trotz der Übernahmepläne durch neue Träger können an den betroffenen Kitas "die Kinder weiterhin angemeldet werden". Bei der Auswahl der neuen Träger legt Schürmann wert darauf, dass die bestehenden Arbeitsverträge übernommen werden. "Die Rechtsstellung der Erzieherinnen darf nicht verändert werden", so Schürmann.

Betroffen sind in Bottrop etwa 25 Mitarbeiterinnen des Kindergarten-Zweckverbandes des Bistums Essen. Edgar Hemming vom Zweckverband erklärt, dass ihnen innerhalb des Bistum und wohnortnah neue Arbeitsplätze angeboten werden. Härter trifft es die Erzieherinnen mit Zeitverträgen. Ihnen bietet das Bistum keine Anschlussverträge an.

Stadtdechant Johannes Knoblauch bedankt sich bei der Stadt Bottrop für das gute Einvernehmen. "Wir haben uns viel Kritik zugezogen. Gemeinsam mit der Stadt sind wir jetzt auf einem guten Weg, die Probleme zu lösen", sagt Knoblauch. Er verweist darauf, dass nicht nur die Kindertagesstätten von den Sparmaßnahmen betroffen seien, sondern auch Kirchen geschlossen werden und die Jugendarbeit reduziert wurde.

Innerhalb des Kindergarten-Zweckverbandes des gesamten Bistums Essen fallen 350 von 1.000 Kindergarten-Gruppen den Sparmaßnahmen zum Opfer. Edgar Hemming verweist dabei auch auf den veränderten Bedarf. "Die Zahl der Geburten geht jedes Jahr um sieben bis elf Prozent zurück", sagt Kemming. Nach den Streichungen bleiben in Bottrop noch 15 Kindertagesstätten mit rund 40 Gruppen in der Trägerschaft der katholischen Kirche. Für die kommenden fünf Jahre rechnet Hemming mit keiner weiteren Reduzierung auf katholischer Seite.

(28.04.2008)



Lesen Sie auch hier: