Verdi's Oper "Aida": Spektakuläre Aufführung im Amphitheater auf der Haniel-Halde
Zur wohl schönsten Jahreszeit, nämlich im Sommer, gibt es die spektakuläre Freilichtaufführung der Oper AIDA. Das Besondere an dieser Aufführung ist zunächst der ungewöhnliche Aufführungsort, denn in Bottrop steht die vielleicht interessanteste Theaterspielstätte des Reviers: eine Open Air Arena auf der Halde Haniel an der Fernewaldstraße. Eingerahmt wird das Amphitheater von einer Stelen-Installation des bekannten spanischen Künstlers Agustin Ibarrola.
Bereits seit zehn Jahren wird hier hochkarätiges Theater angeboten. Neben den musikalischen Akteuren ist natürlich der besondere Spielort ein Star der Produktion. Speziell auf die Bedingungen des Landschaftsbauwerkes ist die Oper zugeschnitten. Das spannende Umfeld wird als Kulissenbaustein in die aufwändige Inszenierung einbezogen.
Die Inszenierung ist eine ganz große Herausforderung für die Stadt. Noch nie wurde eine Oper hier eigenproduziert. Außergewöhnlich ist auch die Besetzung, denn das gewaltige Werk wird fast ausschließlich mit lokalen und regionalen Sängerinnen und Sängern, Musikern und weiteren Akteuren gestemmt.
Die Vorbereitungen laufen seit Monaten. Ein Orchester ist gegründet, dass schon bei verschiedenen Anlässen mit großem Erfolg gespielt hat. Zudem wurde ein großartiger Projektchor aufgebaut, der mehr als 100 Sängerinnen und Sänger umfasst und sich weiter entwickelt.
Nach Erzählungen des französischen Ägyptologen Auguste Mariette Bey schrieb Antonio Ghislanzoni das Libretto zu der weltberühmten Oper AIDA. Der damals schon bekannte und angesehene Komponist Guiseppe Verdi wurde um 1869 vom ägyptischen Vizekönig Ismael Pascha gebeten, mit seinem musikalischen Geschick die Oper AIDA für die Eröffnung des Suez-Kanals zu vollenden. Die Anfang 1871 geplante Zeremonie wurde durch den deutsch-französischen Krieg überschattet, so dass die Uraufführung in Kairo auf den 24.12.1871 verschoben wurde.
Die Oper zeigt Ägypten zur Zeit der Pharaonen. Aida ist eine nubische Prinzessin, die nach Ägypten als Sklavin verschleppt wurde. Der ägyptische Heerführer Radames muss sich entscheiden zwischen seiner Liebe zu Aida und der Loyalität seinem Heimatland gegenüber und der damit verbundenen Hochzeit mit Amneris, der Tochter des Pharao.
In der Neuinszenierung von Thomas Grandoch geht es nicht um Prunk und altägyptische Devotionalitäten, mit denen diese Oper nur allzu oft ausgestattet wurde. Auf dem kargen Hochplateau der höchsten Ruhrgebiets-Halde bricht die eigentliche Gestalt des Menschen hervor: eifersüchtig, liebend und egoistisch zugleich, gefangen in einem Netz aus gesellschaftlicher Repression.
AIDA wird nicht zu Unrecht als eine der schönsten Verdi-Opern, wenn nicht sogar als eine der schönsten Opern überhaupt, bezeichnet. Besonders wegen des hohen Schauwertes des pompösen Triumphmarsches wird sie vom Publikum geliebt und überzeugt auch Kenner aufgrund der feinsinnigen Musik des späten Verdi.
Die Oper wird am 13. (Premiere), 14., 16., 17. und 20. Juni 2010 jeweils ab 19.30 Uhr aufgeführt. Allerdings ist die Premiere schon ausverkauft.
(25.02.2010)




