Der Kasper war wieder da

Die Kasperiade ging in die zweite Runde. Nachdem der Kasper bereits im März die Puppenspielbühnen beehrt hatte, gab er vom 3. bis 10. September ein Comeback im Kulturhauptstadt-Jahr. In knapp 30 Veranstaltungen wurde der Kasper in unterschiedlichen europäischen Variationen vorgestellt.
Gruppe
Michael Schmidt (rechts) und Werner Münstermann (2.v.l.) von der Volksbank Kirchhellen unterstützen die Kasperiade, deren Programm von Willi Loeven (v.l.), Ilse Ortmann, Maja Brüggemann und Werner Bartelt-Brüggemeier vorgestellt wurde.

Die Kasperiade ist ein offizielles Ruhr.2010-Projekt. Kulturdezernent Willi Loeven hob denn auch den verbindenden Charakter des internationalen Twins-Programms hervor, zu dem die Kasperiade gehört. "Neben den Leuchtturmprojekten der Ruhr.2010, sind es die Twins-Angebote, die international wahrgenommen werden", sagte Loeven während der Vorstellung des Kasperiade-Programms.

Die stellvertretende Leiterin des Kulturamtes Ilse Ortmann ist mit dem bisherigen Verlauf der Ruhr.2010 in Bottrop zufrieden. "Wir haben uns in der Kulturhauptstadt-Landschaft gut präsentiert", sagt Ortmann. Mit der Kasperiade biete Bottrop eine der wenigen ganzjährigen Ruhr-.2010-Projekte mit wechselnden Veranstaltungen.

Organisiert wird die Kasperiade von Werner Bartelt-Brüggemeier und Maja Brüggemeier. In der zweiten Kasperiade-Woche zeigten sie jetzt, wie unterschiedlich die Charaktere des Kaspers sein können. Der Auftakt war am Freitag, 3. September, in der Alten Börse der Volksbank. Die Mitglieder der Kunstgemeinschaft Bottrop hatten sich mit dem Kasper beschäftigt und stellten ab 19 Uhr ihre Werke unter dem Titel "Kasper - Wer bist Du?" aus. Am Samstag, 4. September, wurden die Besucher des Wochenmarktes auf die nachfolgenden Kasper-Theater-Vorstellungen eingestimmt. Die Walking Tall Theatre Company aus Birmingham unterhielt mit ihren riesigen Puppen die Besucher bestens.

Ein nostalgisch geprägter Jahrmarkt im Kulturhof des Kulturzentrums August Everding bot den Rahmen für ein internationales Kaspertreffen am Sonntag, 5. September. In der Zeit von 10.30 bis 17 Uhr traten die Kasper aus England, Ungarn und Deutschland auf. Die Aufführungen wandten sich dabei keineswegs nur an Kinder. "Da wurde auf höchstem Niveau gemordet und geprügelt", sagt Werner Bartelt-Brüggemeier.

Ganz und gar nur für Jugendliche und Erwachsene war das Stück "Frankenstein - Alles ist möglich" am Montag, 6. September, in der Alten Börse. In einem Experiment gelang es, den Ur-Kasper zum Leben zu erwecken. Er ist ein anarchischer Punk, der in der Begegnung mit dem braven Verkehrskasper Chaos auslöst. Das actionreiche Grusical wurde von Heavy-Metal-Musik begleitet. Etwas weniger laut, aber mit ebensoviel Witz, traten am Mittwoch, 8. September, "Don Camillo und Pepone" auf die Bühne des Kammerkonzertsaals im Kulturzentrum.

Dort kam es am Freitag, 10. September, auch zum gefeierten Finale der internationalen Kasperwoche, inklusive Buffet des TV-Kochs Peter Schneider vom Restaurant La Botte. Zuvor betätigte sich Tristan Vogt aus Nürnberg mit "Macbeth für Anfänger" auf dem weiten Feld zwischen Kasperltheater und einer großen Tragödie. Nach der Pause zeigte Jens Heidmann Theaterkabarett mit dem Titel "Da kann man nicht meckern".

In zahlreichen weiteren Veranstaltungen wandten sich die Aufführungen vor allem an Kinder. Vormittags ab 11 Uhr spielten die internationalen Ensembles für Schulen und Kindergärten. Ab 15 Uhr wurden offene Aufführungen für jedermann geboten. Gezeigt wurden "Das tapfere Schneiderlein" am 6. September, "Der Räuber Hotzenplotz" am 7. September, "Der hungrige Räuber" am 8. September, "Kasper und der Drache" am 9. September und "Einfach weggeworfen" am 10. September.

(13.08.2010)