Westfälisches Literatur- und Kleinkunstfest mit Gerburg Jahnke und Ulrike Kriener
Im Rahmen des Ruhr.2010-Kooperationsprojektes "KulturKanal" sind zehn Anrainerstädte des Rhein-Herne-Kanals verbunden. Durch dieses Projekt erhoffen sich die Veranstalter, dass der Rhein-Herne-Kanal stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung rückt und es zu einer ersten interkommunalen Zusammenarbeit auf kultureller Ebene im Ruhrgebiet kommt.
Am Samstag, 26. Juni, wurde Bottrop zum Bindeglied zwischen Kultur und Rhein-Herne-Kanal. Ein "Westfälisches Kleinkunst- und Literaturfest" bot zum krönendem Abschluss des Tages einen außergewöhnlichen Gourmet-, Literatur- und Kleinkunstabend. Dieser fand mitten im Industriegebiet auf dem Areal der Rudergemeinschaft Bottrop am Rhein-Herne-Kanal statt. Bei strahlend blauem Himmel und gediegener Atmosphäre nahmen die Gäste in stilvoll eingerichteten Pagodenzelten Platz.
In den Farben weiß und orange untermalten die eingedeckten Tische die sommerliche Stimmung. Die Gäste warteten gespannt auf die "Ruhrgebietskinder" Ulrike Kriener und Gerburg Jahnke, die schwungvoll durch den literarischen und musikalischen Abend führten. Ulrike Kriener begrüßte die Gäste herzlich und verwies auf das bunte abendliche Rahmenprogramm. Zwischen literarischen und musikalischen Hochgenüssen wurde den Gästen ein delikates Mehrgänge-Menue serviert, dass der Fernsehkoch Peter Schneider (Restaurant "La Botte") anrichtete.
Bei einem Gläschen Wein lauschten die Gäste der eindrucksvollen Stimme von Ulrike Kriener, die die Kurzgeschichte "Karl, Bob Dylan und ich" von Elke Heidenreich vorlas. Es war äußerst faszinierend, wie Ulrike Kriener in die Rolle der Protagonistin schlüpfte und deren Geschichte erzählte.
Im Anschluss an den ersten literarischen Teil des Abends stellte Ulrike Kriener das Tango-Quartett "Quadro Nuevo" vor. Das Tango-Quartett sorgte während die Gäste den kulinarischen Teil des Abends genossen, für den musikalischen Beitrag. Das preisgekrönte Tango-Quartett erhielt im Mai den ECHO Jazz als bester Live Act. Die Jazz-Musiker setzten Akzente in Richtung Arabesken, Balkan-Swing, Balladen, waghalsige Improvisationen und Melodien aus dem alten Europa. Mit mediterraner Leichtigkeit verdichteten sie ihre Musik zu märchenhaften Klängen und begeisterten das beeindruckte Publikum.
Nach dem ersten Gang des Drei-Gänge-Menüs philosophierte Gerburg Jahnke über die Verbindung zwischen Kulturhauptstadt und Wechseljahren. Heitere Stimmung herrschte unter den Gästen, als Gerburg Jahnke die Verbindung aufdeckte, es sei der "Strukturwandel", den beide verbände. Gerburg Jahnke und Ulrike Kriener sorgten in ihrer lockeren und frechen Art dafür, dass der Abend zu einem wahrhaft literarischen Hochgenuss wurde, was die Gäste mit Applaus und Lachen bestätigten.
Der krönende Abschluss könnte man meinen, wäre das Dessert gewesen, welches das delikate Menü abrundete. Doch weit gefehlt. Den Gästen wurde gezeigt, was sich hinter der Veranstaltung "KulturKanal" verbarg. Gemeinsam wurden die Gäste ans Ufer des Rhein-Herne-Kanals gebeten. Der Weg zum Kanal war dekorativ mit Teelichtern, die einzeln in Tüten verpackt waren, beleuchtet. Dies schaffte eine romantisch verklärte Stimmung. Auf dem Kanal spielte eine Solistin, die auf einem Floß saß, melodische Klänge auf einer Harfe. Die märchenhafte Stimmung rundete den Abend vollkommen ab.
(28.06.2010)





