"Da liegt Segen drauf": Von kultureller Vielfalt, lokaler Begeisterung und Feuerzungen
Der beim Vor-Programm präsentierte Imagefilm der "Ruhr.2010" machte den Zuschauern deutlich, dass die Stadt Bottrop zur Kulturhauptstadt Europas gehört. Der Film glänzte mit der kulturellen Vielfalt des Ruhrgebiets und in einigen Frequenzen waren die Wahrzeichen Bottrops zu sehen, wie zum Beispiel die Halde Haniel.
Der Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, Oliver Scheytt, beschrieb in seinem Grußwort begeistert, dass uns Revierbürger "Ruhr.2010" bereits im ersten halben Jahr ein neues Gemeinschaftsgefühl gegeben habe. "Menschen von weit her kommen als Gäste und gehen als Kumpel", beschreibt er das neu errungene Gemeinschaftsgefühl. Für Professor Scheytt ist es faszinierend zu sehen, was in den einzelnen Städten stattfindet: "Man erlebt Dinge, die man sich vorher nie hätte vorstellen können." Er lud die Zuschauer ein, die Angebote der "Local-Heroes-Woche" in Bottrop in den nächsten Tagen zu genießen. Er empfahl zudem, einen neuen Schritt zu wagen, indem sich die Zuschauer auf neue und unbekannte Kultur einlassen. Mit dem Ausruf "Bottrop ist Mittendrin in Ruhr.2010" übergab Oliver Scheytt das Wort an Oberbürgermeister Bernd Tischler.
Der Oberbürgermeister ist sich sicher, dass Bottrop mit kultureller Vielfalt glänzen kann und dies im Kulturhauptstadtjahr zeigt. "Der Mythos definiert sich neu", sagte Bernd Tischler. Es gibt nicht nur einen Wandel durch Kultur, sondern die Kultur führt einen Wandel herbei. Somit spiegelt das Programm der 'Local-Heroes'-Woche die Chancen der Stadt wider."
Im Anschluss an die Grußworte regte die Bottroper Hymne zum Mitsingen an. Die Zuschauer waren nicht nur von der Art des Vortrag des "All Woman"-Chores begeistert. Vor allem die Textstelle "Kommse nach Bottrop, da krisse ein aufm Kopp dropp" brachte die Zuschauer zum Lachen. Das Bottrop-Lied begeisterte Dorothea Böhm: "Ich hatte es bisher noch gar nicht gehört, aber es ist sehr originell und man kann sich als Bottroper Bürger damit gut identifizieren." Geschrieben wurde das Stück von Andreas Kind von der Kulturwerkstatt und Manfred Miketta von der städtischen Musikschule für die Bottrop-DVD. Die "All Woman"-Darbietung ging in afrikanische Trommelklänge einer Gruppe der evangelischen Martinskirche über. Der Rhythmus der Trommeln ging den Besuchern ins Blut und spornte sie zum Klatschen, Tanzen und Mitsingen an.
Glockengeläut der innerstädtischen Kirchen signalisierte den Zuschauern, dass die Veranstaltung in den Hauptteil, den ökumenischen Gottesdienst, überging. Mit der religiösen Botschaft an die Besucher "Da liegt Segen drauf, wir wollen spüren, dass wir zusammen gehören" begrüßten die Geistlichen verschiedener Konfessionen der Bottroper Kirchen die Zuschauer. Der Gottesdienst wurde künstlerisch gestaltet mit Musik des "Da Pacem"-Chores und des Kirchenchores von St. Cyriakus sowie hebräischen Tänzen der Gruppe "Tirkedi". Im Rahmen des Gottesdienstes übergab ein evangelischer Pfarrer aus Gelsenkirchen Propst Paul Neumann das Kulturhauptstadtkreuz aus Titan, das nun während der Woche in verschiedenen Kirchen zu sehen sein wird, bis es am Sonntag, 20. Juni, an die nächste "Local Heroes"-Stadt Witten weitergereicht wird. Der Gottesdienst endete nicht nur mit dem von "Tirkedi" vorgetragenen Feuertanz, sondern begleitend verteilte sich das "Feuer" über den ganzen Berliner Platz, indem jeder Besucher eine rote, gelbe oder orangene Stofffahne geschenkt bekam - die dann zum Klang der Musik geschwenkt wurden.
(14.06.2010)



