Gipfeltreffen zweier Individualisten

Museum Quadrat zeigt Bilder von Alexej von Jawlensky und Josef Albers

Großbildansicht Museumdirektor Heinz Liesbrock erläuert die Parallelen der Künstler Jawlensky und Albers.

Persönlich sind sich die Künstler Alexej von Jawlensky und Josef Albers wahrscheinlich nie begegnet. Dennoch finden sich in ihrem Schaffen viele Parallelen. Was zu ihren Lebzeiten nicht stattgefunden, ist jetzt im Josef Albers Museum Quadrat in einer gemeinsamen Ausstellung zu sehen. "Das ist ein Gipfeltreffen", sagt Museumsdirektor Heinz Liesbrock bei der Vorstellung der Ausstellung "Farbe.Abstraktion.Serie.".

Die Parallelen der beiden Maler sind bereits bei einem ersten Durchgang durch die Ausstellung zu erkennen. Obwohl sie sich unterschiedlichen Sujets gewidmet haben, treten ihre Bilder in einen unwiderstehlichen Dialog. "Dinge, die auf den ersten Blick unterschiedlich scheinen, hängen zusammen", sagt Liesbrock.

Albers hat in der Form des Quadrats den Kern seines Werkes gefunden. Zu dem künstlerischen Lebenswerk Jawlenskys gehört die Darstellung konstruktivistischer Köpfe. In der vereinfachten figürlichen Darstellung des in den letzten Lebensjahren von Arthritis geplagten Künstlers, finden sich Prallelen zu den erfahrungsgespeisten abstrakten Quadraten von Josef Albers.

Anders als Künstler vor ihnen haben Alexej von Jawlensky und Josef Albers sie ein festes Formenmuster erstellt und sich daran abgearbeitet. "Bei ihnen steht nicht ein abgeschlossenes Hauptwerk im Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens, sondern die Serie", erklärt Heinz Liesbrock.

Auch in den Lebensläufen sind sich Jawlensky und Albers ähnlich. Beide sind aus ihrem jeweiligen Heim emigriert. Jawlensky kam aus Russland nach Deutschland und Albers ging 1933 in die USA und erlebte dort seine Anerkennung als Künstler.

Die gegenseitige Wertschätzung dokumentiert ein reger Briefwechsel zwischen den beiden, der in einigen Auszügen in der Ausstellung zu sehen ist. Eine gegenseitige Inspiration oder gar Zusammenarbeit habe aber nicht stattgefunden, so Liesbrock. Jawlensky starb 1941 in Wiesbaden. Von dort kommen zahlreiche Leihgaben, die nun den Bildern von Albers gegenübergestellt werden. "Die Ausstellung ist ein Dialog zwischen zwei Künstlern, die als Individuen bekannt sind", sagt Museumsdirektor Liesbrock.

Führungen und Ausstellungskatalog

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit farbigen Abbildungen, der in der Ausstellung gezeigten Werke. Die Ausstellung wird gefördert durch die LWL-Kulturstiftung und das Land NRW.

Öffentliche Führungen sind am 23. Mai, 20. Juni, 18. Juli und 29. August jeweils ab 15 Uhr
und am 30. Mai ab 11 Uhr. Familienführungen werden angeboten am 13. Juni und 1. August jeweils ab 11 Uhr
und am 4. Juli ab 15 Uhr.

Die Ausstellung ist vom 16. Mai bis 29. August zu sehen. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 5 Euro.

(14.05.2010)



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