"Orte religiösen Lebens" mit vielen Geschichten
Gesellschaft für Stadtmarketing lud zur Stadtrundfahrt
St. Cyriakus, St. Mariä Feldhausen, der Kreuzweg auf der Halde Haniel und die Martinskirche - vier ausgesuchte Stationen auf der ersten Kirchentour im Rahmen von "Ruhr.2010". Die Gesellschaft für Stadtmarketing (GSB) hatte gemeinsam mit der katholischen und der evangelischen Kirche eingeladen. Es waren aufschlussreiche Stippvisiten - nicht mit dem pädagogischen Zeigefinger durchgeführt, sondern Rundgänge mit dem Anliegen, Einblick zu geben in die Kirchen- und damit auch in die Stadtgeschichte Bottrops nach der Devise: "Sakrale Stätten anfahren, Orte religiösen Lebens und Kirchenschätze in unserer Stadt kennen lernen oder eben noch besser kennen lernen." Dass auf dem Weg zu den Stationen Annette Gronwald von der GSB die 30 Teilnehmer auf Wahrzeichen und landwirtschaftliche wie industrielle Bottrop-Marken "verwies" (KWA-Stift, Rotes Pferd, Brabus, Bergwerk Prosper Haniel, Schacht 10, Spargelfelder, neue Wohnbereiche in Kirchhellen), unterstrich den touristischen Aspekt der kurzweiligen Exkursion.
Tiefer in die Geschichte einzutauchen war in der Propsteikirche St. Cyriakus angesagt. Die erste Nennung der Kapelle datiert von 1155 in der Pergamenthandschrift der Benediktiner-Abtei Deutz. Die vom Bistum Essen diplomierte Kirchenführerin Veronica Chang-Scheidgen informierte in einem Streifzug durch die Jahrhunderte über die Anfänge des kirchlichen Lebens in Bottrop, die von der Kapelle im Dorf ausgingen. Sie berichtete aus der Baugeschichte, erzählte Wissenswertes zum Namen Cyriakus, einem Märtyrer des 3./4. Jahrhunderts, zum Begräbnisplatz (Kirchhof) und dem heutigen Alten Friedhof. Von den Besitzverhältnissen im frühen Bottrop war die Rede, von kriegerischen Auswirkungen und archäologischen Grabungen unter der Kirche. Kaplan- und Pastorennamen kamen ins "Spiel" (R. Baten, Fr. Paßmann, Humperdinck, J. H. Wesener, K. Englert). Glocken- und Orgelgeschichten, Erläuterungen zur sakralen Kunst im Kircheninnern (Osterleuchter, Taufsteindeckel, Marienfigur) sowie zum Chorraum komplettierten den Rundgang, der mit der Betrachtung der gotischen Pieta, dem ältesten Kunstwerk der Kirche, das zwischen 1460 und 1490 aus Eichenholz geschnitzt wurde, in der Seitenkapelle des Gotteshauses endete.
Wahrzeichen Feldhausens ist die denkmalgeschützte Kapelle St. Mariä Himmelfahrt. Sympathisch-unterhaltsam überbrachte Pastor Gerhard Kaußen historische Eckdaten aus der Geschichte der Kapelle, die in der Stiftungsurkunde der Vikarie aus dem Jahre 1473 bereits genannt ist. "Sie war Bestattungsort der Mitglieder der adeligen Aufsitzer von Haus Beck, Begräbniskapelle des Geschlechts von der Beke", erklärte der Pastor. In den vergangenen 500 Jahren wurde die Kapelle mehrfach umgebaut, erweitert und restauriert. Der heutige Chor ist die Grundzelle und mit der ursprünglichen Kapelle identisch. Pastor Kaußen verwies auf die Wappendarstellungen, die Orgel und die sakralen Kunstschätze im Kircheninnern, wie die thronende Madonna, der Taufstein, die Statue des Heiligen Josef aus dem Jahre 1993 sowie die spätgotischen Glasfenster - eine Stiftung um 1485 von Bernd von Droste und Anna von Heiden, Enkelin des Johann von der Beke. Mit Freude, auch mal mit einem Lachen, registrierten die Teilnehmer, was der Pastor locker, in anekdotischen Randbemerkungen über den "Feldhausener Dom" zu erzählen wusste.
Nach dem charmant-auffordernden "Raus" des Pfarrers aus "einer der wohl ältesten Kirchen unserer Region" ging es für die Besucher weiter zum bekannten Kreuzweg auf die Halde Haniel, dessen Stationen eine Kombination von Federrisszeichnungen der Künstlerin und Ordensfrau Tisa von der Schulenburg und Bergbaumaterialien darstellt. In der Martinskirche erfuhren die Teilnehmer schließlich Wissenswertes aus der wechselvollen Geschichte der ersten evangelischen Kirche auf Bottroper Boden, die im Jahr 2009 anlässlich ihres 125-jährigen Jubiläums in vielen Facetten aufleuchtete.
Elsbeth Müller
Tiefer in die Geschichte einzutauchen war in der Propsteikirche St. Cyriakus angesagt. Die erste Nennung der Kapelle datiert von 1155 in der Pergamenthandschrift der Benediktiner-Abtei Deutz. Die vom Bistum Essen diplomierte Kirchenführerin Veronica Chang-Scheidgen informierte in einem Streifzug durch die Jahrhunderte über die Anfänge des kirchlichen Lebens in Bottrop, die von der Kapelle im Dorf ausgingen. Sie berichtete aus der Baugeschichte, erzählte Wissenswertes zum Namen Cyriakus, einem Märtyrer des 3./4. Jahrhunderts, zum Begräbnisplatz (Kirchhof) und dem heutigen Alten Friedhof. Von den Besitzverhältnissen im frühen Bottrop war die Rede, von kriegerischen Auswirkungen und archäologischen Grabungen unter der Kirche. Kaplan- und Pastorennamen kamen ins "Spiel" (R. Baten, Fr. Paßmann, Humperdinck, J. H. Wesener, K. Englert). Glocken- und Orgelgeschichten, Erläuterungen zur sakralen Kunst im Kircheninnern (Osterleuchter, Taufsteindeckel, Marienfigur) sowie zum Chorraum komplettierten den Rundgang, der mit der Betrachtung der gotischen Pieta, dem ältesten Kunstwerk der Kirche, das zwischen 1460 und 1490 aus Eichenholz geschnitzt wurde, in der Seitenkapelle des Gotteshauses endete.
Wahrzeichen Feldhausens ist die denkmalgeschützte Kapelle St. Mariä Himmelfahrt. Sympathisch-unterhaltsam überbrachte Pastor Gerhard Kaußen historische Eckdaten aus der Geschichte der Kapelle, die in der Stiftungsurkunde der Vikarie aus dem Jahre 1473 bereits genannt ist. "Sie war Bestattungsort der Mitglieder der adeligen Aufsitzer von Haus Beck, Begräbniskapelle des Geschlechts von der Beke", erklärte der Pastor. In den vergangenen 500 Jahren wurde die Kapelle mehrfach umgebaut, erweitert und restauriert. Der heutige Chor ist die Grundzelle und mit der ursprünglichen Kapelle identisch. Pastor Kaußen verwies auf die Wappendarstellungen, die Orgel und die sakralen Kunstschätze im Kircheninnern, wie die thronende Madonna, der Taufstein, die Statue des Heiligen Josef aus dem Jahre 1993 sowie die spätgotischen Glasfenster - eine Stiftung um 1485 von Bernd von Droste und Anna von Heiden, Enkelin des Johann von der Beke. Mit Freude, auch mal mit einem Lachen, registrierten die Teilnehmer, was der Pastor locker, in anekdotischen Randbemerkungen über den "Feldhausener Dom" zu erzählen wusste.
Nach dem charmant-auffordernden "Raus" des Pfarrers aus "einer der wohl ältesten Kirchen unserer Region" ging es für die Besucher weiter zum bekannten Kreuzweg auf die Halde Haniel, dessen Stationen eine Kombination von Federrisszeichnungen der Künstlerin und Ordensfrau Tisa von der Schulenburg und Bergbaumaterialien darstellt. In der Martinskirche erfuhren die Teilnehmer schließlich Wissenswertes aus der wechselvollen Geschichte der ersten evangelischen Kirche auf Bottroper Boden, die im Jahr 2009 anlässlich ihres 125-jährigen Jubiläums in vielen Facetten aufleuchtete.
Elsbeth Müller
(13.04.2010)

