Geschichten rund um den Kasper gesucht

Die Kasperiade in Bottrop ist eine der zentralen Veranstaltungen während des Kulturhauptstadtjahres 2010. Doch nicht nur Puppenspieler sollen den Kasper zum Leben erwecken. Das städtische Kulturamt fordert alle Bürger auf, sich mit eigenen Geschichten an dem Ruhr.2010-Highlight zu beteiligen.

Freuen sich auf die Kasperiade: Ilse Ortmann vom Kulturamt, Kulturdezernent Willi Loeven, Werner Bartelt-Brüggemeier, Reinhard Wieczorek, Maja Brüggemeier und Eberhard Kreck.

"Wir wollen von den Bürgern wissen, was sie mit dem Kasper verbinden", erklärt Maja Brüggemeier, die gemeinsam mit ihrem Mann Werner Bartelt-Brüggemeier die Kasperiade organisiert.

Ebenso wie der Kasper in Varianten in nahezu allen Kulturen auftaucht, hat sich die Figur in den verschiedenen Epochen verändert. Werner Bartelt-Brüggemeier erklärt, dass der pädagogische Kasper erst seit den 1960er-Jahren über das richtige Zähneputzen und das Verhalten im Straßenverkehr aufklärt. Zuvor hatte er eine andere Rolle und wurde auch agitatorisch eingesetzt.

Die Organisatoren hoffen jetzt auf eine große Resonanz bei den Bürgern. "Der Kasper ist immer der Held, der alle Situationen meistert. Wir wollen die spannenden, witzigen und berührenden Geschichten in einem kleinen Buch zur Kasperiade veröffentlichen", erläutert Maja Brüggemeier. Wer zu diesem Band keine eigenen Erlebnisse beitragen kann, ist aufgefordert, sich ein Theaterstück auszudenken. Aus den Einsendungen und Ideen will Werner Bartelt-Brüggemeier dann mit Schülern eine Inszenierung gestalten.

Bei der Kasperiade sind nicht nur die Figurentheaterspieler eingebunden. Auch der Bottroper Maler Reinhard Wieczorek beteiligt sich mit einer Bilderserie an der Kasperiade. Alle Figuren, die zu einem Kaspertheater gehören, will er in der Serie darstellen. Dazu gehören der Polizist, die Gretel, der Seppl, die Großmutter und das Krokodil. In seinem ersten Bild hat Wieczorek den Kasper portraitiert. Das Bild dient jetzt als Logo für die Kasperiade. Reinhard Wieczorek verbindet mit dem Kasper eine zwiespältige Puppe. In der Bühne trete der Kaspar zumeist lustig auf, wenn die Puppe aber wieder in der Kiste liege, wirkt der Kasper wie tot. Diesen Eindruck spiegelt das Bild wider.

Das Bild wurde jetzt im Rahmen eines Pressegesprächs an Bankdirektor Eberhard Kreck von der Volksbank Kirchhellen übergeben. Als Exklusivsponsor habe die Volksbank es erst mit möglich gemacht, dass die Kasperiade stattfinden kann, sagte Kulturamtsleiter Dieter Wollek.

Wer sich mit Geschichten und Stückideen an der Kasperiade beteiligen will, kann sich mit den Beiträgen an das Figurentheater Sonstwo, Horster Str. 271, 46238 Bottrop und per e-Mail an info@figurentheater-sonstwo.de wenden.

(08.12.2009)