Aktionen der katholischen Kirche
"Spirituelle Kulturtankstellen": Halde Haniel, Herz Jesu- und Heilig Kreuz-Kirche, Jugendkirche "Pulsar"
Für das Kulturhauptstadtjahr hat das Bistum Essen unter dem Motto "Spirituelle Kulturtankstellen" 52 Orte ausgesucht, von denen vier in Bottrop zu finden sind: die Heilig-Kreuz-Kirche, die Herz Jesu Kirche mit ihrer Kapelle vom "Himmlischen Jerusalem", die Haniel-Halde mit dem Tisa-von-der-Schulenburg-Kreuzweg und dem Papst-Kreuz sowie das jugendpastorale Zentrum "Pulsar" an der Kirche St. Peter.Die Halde wird durch die Oberhausener Gemeinde St. Barbara städteübergreifend mit betreut: So fanden am 26., 28. und 30. Juli spezielle Führungen über die Halde statt. Im Mittelpunkt standen dabei der Kreuzweg mit Motiven der Nonne und Künstlerin Tisa von der Schulenburg und aus dem Bergbau sowie auch das unübersehbare "Papst-Kreuz", das an den Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1987 auf dem Bergwerk Prosper Haniel am Fuße der Halde erinnert. Am 12. September wurde ein Konzert mit Kinder- und Jugendchören der Stadt Oberhausen im Amphitheater auf der Haniel-Halde angeboten.
In der Kirche Heilig Kreuz waren gleich zwei Ausstellungen zu sehen: Der Bottroper Künstlerbund setzte dort vom 11. bis 30. April unter dem Leitthema "Starke Orte" ein spezielles Ausstellungskonzept um (wobei ein zweiter "starker Ort" in Bottrop der Malakoffturm war). Als Maßgabe des künstlerischen Schaffens und der jeweiligen Ausstellung galt die benediktinische Ordensregel "ora et labora". In der weiteren Ausstellung "Schätze! Kirchen des 20. Jahrhunderts" ging es vom 1. bis 30. Juni um eine wichtige, aber auch schmerzliche Entwicklung: Viele kirchliche Bauwerke, katholischer oder evangelischer Ausrichtung, sind in den vergangenen Jahren profaniert oder sogar abgerissen worden. Getroffenen hat es sehr oft gerade Kirchen des 20. Jahrhunderts, die aber prägende Bauwerke, geistliche Lebensräume und kulturelle Mittelpunkte im jeweiligen städtischen Umfeld sind. Ein wichtiges Beispiel in der Ausstellung, die am 14. Juni mit einer besonderen Veranstaltung mit Podiumsdiskussion zur Zukunft der Heilig Kreuz Kirche eröffnet wurde, war die Heilig Kreuz Kirche selbst!
In der Herz Jesu Kirche wird neben einigen musikalischen Aufführungen noch bis Ende des Jahres jeden Sonntag um 17 Uhr ein spezieller Vesper-Gottesdienst angeboten.
"Wasser - Quell des Lebens" war der Titel einer speziellen Aktionswoche vom 13. bis zum 20. Juni (also während der Bottroper "Local Heroes"-Woche) im jugendpastoralen Zentrum "Pulsar" an der Kirche St. Peter. In Zusammenarbeit mit dem regionalen Wasserversorger RWW wurde in verschiedensten Angeboten Fragen nachgegangen wie: Woher kommt das saubere Wasser, das wir täglich benutzen und das so wichtig für unsere Existenz ist? Welche Technik zur Gewinnung ist notwendig? Wer lebt alles im und vom Wasser?
Die Antworten auf diese und andere Fragen gaben "Pulsar" und RWW in der bunt gestalteten Woche mit Ausstellungen, Vorführungen, Vorträgen, Experimenten und Führungen.
Mit speziellen Impulsen schaffte das Team im jugendpastoralen Zentrum auch, das Thema "Wasser - Quell des Lebens" mit Gottes Wort in Verbindung zu bringen.
"Lesewand" am Katholischen Stadthaus
"Christlicher Glauben - christliches Leben", das ist der Titel: Am Katholischen Stadthaus (rechter Teil, Trakt der Gemeinde St. Cyriakus) sind seit Ende August elf in Glas gestaltete Tafeln zu zentralen Aussagen des christlichen Glaubens sowie zur Entwicklungsgeschichte des katholischen Stadtdekanates mit seinen Gemeinden und Verbänden und zur evangelischen Stadtkirche zu finden. Es werden auch wichtige Ereignisse aus der Stadtgeschichte sowie Aussagen anderer Religionsgemeinschaften in Bottrop vorgestellt.Zur Redaktionsgruppe gehörten auch Vertreter der evangelischen Kirche in Bottrop und der katholischen Gemeinden aus Kirchhellen (Bistum Münster).
Das Projekt ist auf Nachhaltigkeit angelegt, weil die Platten weit über das Jahr 2010 hinaus am Katholischen Stadthaus verbleiben.
Glockenrückgabe an polnische Gemeinde
Dass eine der drei Glocken im Turm der St. Barbara-Kirche eigentlich aus Polen stammt und im Zweiten Weltkrieg von Deutschen requiriert worden ist, hat sich vor einigen Monaten herausgestellt. Vor diesem Hintergrund haben die Verantwortlichen der Großpfarrei St. Cyriakus, zu der ja nun die Gemeinde St. Barbara gehört, beschlossen, die Glocke im Kulturhauptstadtjahr 2010 an die polnische Gemeinde St. Nikolaus in Polanka Wielka zurückzugeben.Der Pfarrer dieser Gemeinde, Tadeusz Porzycki, hatte sich im September letzten Jahres gemeldet und um Rückführung der Glocke gebeten, die für die Gemeinde St. Nikolaus ein einzigartiges Zeugnis der mittelalterlichen Geschichte der Kirchengemeinde und ihrer Kirche sei. Die Glocke wurde im Jahr 1525 gegossen, ist 70 Zentimeter breit und 71 Zentimeter hoch und hing im Glockenturm der ersten Kirche von Polanka Wielka.
Am 11. Mai diesen Jahres sprach sich der Kirchenvorstand von St. Cyriakus dann für die Rückgabe der Glocke als "kleines Zeichen von Wiedergutmachung" aus. Die notwendige Zustimmung für die Aktion durch das Bistum Essen liegt inzwischen auch vor.
Das Projekt der Rückführung, das im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres vonstatten gehen soll, kann nun weiter an Fahrt aufnehmen. Inzwischen wurden nicht nur die Kontakte nach Polen intensiviert, es war jetzt Anfang Oktober auch eine Delegation aus Polanka Wielka in Bottrop, um sich die Glocke selbst anzuschauen und praktische Fragen zur Rückgabe zu klären.
So ist nun geplant, Mitte November die Glocke aus dem Turm von St. Barbara zu holen und am Sonntag, dem 21. November, nach einem feierlichen Aussendungsgottesdienst in der Propsteikirche St. Cyriakus in Anwesenheit von Vertretern der Gemeinde St. Nikolaus auf den Weg nach Polen zu schicken. Pfarrer Tadeusz Porzycki möchte die Glocke dann am Barbara-Tag, dem 5. Dezember, in Polanka Wielka wieder in Dienst stellen.
Die Lokalbeauftragten für Ruhr.2010 des katholischen Stadtdekanates Bottrop, Gerhard Reinhold und Andreas Pläsken, haben im Arbeitskreis beim Bistum auch vorgeschlagen, die Thematik der so genannten "Patenglocken" und ihrer Rückgabe nach Polen zu einem Gesamtprojekt des Bistums Essen im Kulturhauptstadtjahr zu machen.
Beteiligung an der Aktion "Langer Tisch" im Rahmen des "Still-Leben Ruhrschnellweg" am 18. Juli
Die Teilnahme von Gemeinden und Verbänden aus dem Stadtdekanat Bottrop wurde über das Katholische Stadthaus koordiniert, inklusive publikumswirksamer Aktionen, die viel Aufmerksamkeit erregten.(08.10.2010)




