Die Perlen des Ruhrgebiets zeigen

Emscherschnellweg A42 soll zur Parkautobahn werden
Podium
Bernd Tischler (links) stellt in Düsseldorf das Projekt der Parkautobahn vor.

Die Autobahn A 42 soll schöner werden. Für die Kulturhauptstadt 2010 wird der Emscherschnellweg als Parkautobahn im Emscher Landschaftspark etabliert. Dezernent Bernd Tischler hat das Projekt gemeinsam mit NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke und Ruhr.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt in Düsseldorf vorgestellt.

Großbildansicht Mit "Ohrenparks" sollen die Autobahnkreuze an der A 42 verschönert werden.

Durch Sichtschneisen und parkähnlich gestaltetes Straßengrün sollen die Autofahrer einen ganz neuen Eindruck von der Autobahn bekommen. Es sollen außerdem "Parktankstellen" an Autobahnauffahrten über die jeweiligen Städte informieren. Und in den Schleifen an den Autobahnkreuzen sollen "Ohrenparks" entstehen. Ab Januar sollen an der A 42 die ersten Sichtachsen den Blick links und rechts der Autobahn freigeben. Ab Herbst 2009 werden die "Ohrenparks" angelegt. "Wir wollen die Perlen der Region zeigen", sagt Bernd Tischler. Sieben Anrainerstädte der A 42 und einige Landesbehörden treffen sich regelmäßig unter der Leitung Tischlers, um das Projekt voranzubringen. So wird denn auch eine der beiden ersten "Parktankstellen" in Bottrop entstehen. Die zweite bekommt Gelsenkirchen.

NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke sieht in dem Ruhr.2010-Projekt ein Beispiel für eine ganz neue Straßenbau-Philosophie. "Die Straßen sollen nicht nur zügig und sicher sein, sondern wir wollen sie für den Autofahrer zum Erlebnis machen", so der Minister. Die A 42 böte eine Vielzahl von Highlights. Sie führt vorbei am Landschaftspark Duisburg-Nord, dem Gasometer Oberhausen, dem Tetraeder in Bottrop und der Schurenbachhalde in Essen. Wittke betont, dass im Rahmen der Umgestaltung keine Kompromisse bei Sicherheit und Lärmschutz gemacht werden. "Wir wissen aber aus Untersuchungen, dass die Aufmerksamkeit der Autofahrer gesteigert wird, wenn wir Impulse setzen", sagt Wittke, der sich aus dem Experiment am Emscherschnellweg Erkenntnisse für die Gestaltung anderer Trassen erhofft. Beim Bau von Autobahnen sollen die räumlichen und städtebaulichen Gegebenheiten stärker berücksichtigt werden.

Bezahlt werden soll das Projekt aus Mitteln, die für ohnehin anstehende Bauarbeiten bereits bewilligt sind. Ruhr.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt rechnet damit, dass das Land - ausgelöst durch das Kulturhauptstadtjahr - insgesamt 300 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert. Schon während der laufenden Vorbereitung auf das Jahr 2010 sieht er mit der interkommunalen Zusammenarbeit ein Teilziel der Bewerbung erreicht. "Das Kulturhauptstadtjahr setzt neue Kräfte frei. Die Städte arbeiten eng zusammen, dass schafft ein anderes Bewusstsein", sagt Scheytt. Diese Kultur der Kooperation werde auch über das Jahr 2010 hinaus bestehen. Die Parkautobahn soll in den nächsten 20 Jahren zu einem unverwechselbaren Verkehrsweg mit hohem Wiedererkennungswert werden.

(16.12.2008)



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