Grundlegende Erneuerung des Rathausgebäudes beginnt jetzt mit Planung

Der städtische Fachbereich Immobilienwirtschaft hat jetzt in einer Vorlage für die Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am 2. September zusammengefasst, wie sich die Stadtverwaltung die Durchführung der dringend notwendigen Umbau- und Erneuerungsarbeiten im Rathaus-Hauptgebäude vorstellt.
Präsentierten die Planungen der Stadtverwaltung für den Umbau des Rathaus-Hauptgebäudes: (v.r.n.l.) Oberbürgermeister Bernd Tischler, der Leiter des städtischen Fachbereiches Immobilienwirtschaft Dieter Giebelstein und der Technische Beigeordnete Norbert Höving.

Dass das Projekt überhaupt in Zeiten einer leeren kommunalen Kasse angegangen werden kann, ist einer Förderentscheidung des Landesbauministeriums zu verdanken, erläuterte Oberbürgermeister Bernd Tischler heute (2. September) bei einer Pressekonferenz im Rathaus.

Von den auf etwa neun Millionen Euro geschätzten Kosten entfallen 7,7 Millionen Euro auf Planung und Bau, 1,3 Mio. Euro müssen für die Umzüge und zwischenzeitliche Unterbringungen gerechnet werden. Für die 7,7 Mio. Euro Baukosten erhält die Stadt Bottrop eine Landesförderung in Höhe von 80 Prozent. Ob auch die Umzugs- und Zwischenunterbringungskosten bezuschusst werden, wird in Gesprächen derzeit noch erörtert. Die Kosten für die Provisorien und der städtische Eigenanteil sollen durch die zu erwartenden Energiekosteneinsparungen von etwa 28.000 Euro pro Jahr teilweise refinanziert werden.

"Zur Landesförderung verhilft uns unter anderem erneut unser Status als InnovationCity Ruhr", erklärte Oberbürgermeister Tischler. "So ist nicht von ungefähr ein großer Teil der Modernisierungsarbeiten dem Austausch der alten Heizungsanlage geschuldet, die ja noch von Anfang vergangenen Jahrhunderts stammt." Zudem könnte durch bestimmte Umbauten ein besserer, behindertenfreundlicher Zugang zum Rathaus-Hauptgebäude erreicht werden. Ziel der energetischen Erneuerung des Rathauses ist es, so Bernd Tischler, mindestens 40 Prozent der bisherigen Energieaufwendungen einzusparen.

Der Technische Beigeordnete Norbert Höving und der Leiter des Fachbereiches Immobilienwirtschaft, Dieter Giebelstein, planen mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren ab Mai 2017. Weiter zuzuwarten sei keine Option mehr, weil die Untersuchung von Handlungsalternativen ergeben habe, dass ein weiteres Herausschieben der Arbeiten zu Schäden an der Gebäudesubstanz führen würde. Schließlich ist das Rathaus-Hauptgebäude, das in zwei Bauphasen 1877/1878 und 1913 bis 1916 erbaut worden ist, bisher außer der Reparatur des mittleren Dachstuhls nach Bombentreffern im Zweiten Weltkrieg noch nicht grundlegender erneuert worden.

"Der (auch teilweise) Verbleib der Organisationseinheiten und die Nutzung der Sitzungsräume in dem Gebäude wähend der Bauarbeiten erscheint nach bisheriger Vorprüfung unzumutbar, weil einerseits jeder Raum zu bearbeiten sein wird und andererseits die Heizung nur als Ganzes erneuert werden kann, weil es sich um eine Anlage mit nur einem Einspeisepunkt handelt", erläutert Dezernent Norbert Höving in der Ausschuss-Vorlage. Sollte aber durch das noch zu beauftragende Bauleitungsbüro hier eine anderweitige Handlungsoption entwickelt werden können, soll die kostengünstigste Lösung ausgeführt werden.

Als mögliche Ausweichquartiere für die städtischen Dienststellen stehen der dann leerstehende Saalbau, das Verwaltungsgebäude Böckenhoffstraße 44/46 teilweise und Büroflächen im RAG-Gebäude am Gleiwitzer Platz zur Verfügung.

Als Vorarbeit ist inzwischen die Leitung des Bauprojektes von der Stadtverwaltung ausgeschrieben worden. Denn mit eigenen städtischen Kräften ist dieses große Projekt nicht mehr zu schaffen, da der zuständige Fachbereich Immobilienwirtschaft mit weiteren Vorhaben wie beispielsweise dem Bau der Sekundarschule in Kirchhellen mehr als ausgelastet ist. Außerdem wird auch die Bezahlung der Bauprojektleitung vom Land gefördert.

(02.09.2015)