JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Aktuell


Alexej von Jawlensky und Josef Albers. Farbe. Abstraktion. Serie

16. Mai bis 29. August 2010

Farbmacht und Vision Die Ausstellung Alexej von Jawlensky und Josef Albers. Farbe. Abstraktion. Serie ist ein seltenes Gipfeltreffen, bei dem sich zwei weithin bekannte Künstler begegnen, deren Gemeinsamkeiten bisher noch nicht wirklich entdeckt worden sind. Obwohl es in den Arbeiten von Josef Albers keinerlei Verweis auf Gegenständliches gibt, setzt die Farbe in ihrer eigenen Dynamik die gemeinsame Klammer zu Alexej von Jawlensky. Erstmals werden diese beiden Künstler gemeinsam im Josef Albers Museum gezeigt, das über die größte öffentliche Sammlung von Werken dieses Künstlers verfügt. Dabei werden etwa 50 Werke von Josef Albers mit ebenso vielen Gemälden von Alexej von Jawlensky präsentiert. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsprojekt des Josef Albers Museum mit dem Museum Wiesbaden, das die größte Sammlung von Arbeiten Jawlenskys verwahrt. Die Ausstellung bringt die gegenständliche Malerei Jawlenskys mit den Abstraktionen von Josef Albers in eine künstlerisch-ästhetische Beziehung.

Der Puls der Farbe Die Begriffe Farbe, Abstraktion, Serie sind innerhalb der künstlerischen Entwicklung beider Künstler zentral. Alexej von Jawlensky (1864 - 1941) und Josef Albers (1888 - 1976) haben sich in ihrer Malerei mit besonderer Intensität der Farbe und deren meditativer Wirkung gewidmet. Beiden ging es über die reine Wahrnehmung hinaus um geistige und emotionale Inhalte.

Frühes serielles Arbeiten begann bei Josef Albers in den dreißiger Jahren. Er behält diese Arbeitsform in allen Medien bei, in der Malerei und Druckgrafik ebenso wie in den Zeichnungen. Aspekte der Raum- und Flächendarstellung und die Wirkkraft der Farbe entfalten sich nahezu unabschließbar im Nebeneinander der Werke.

Eine Vereinfachung der Formen und zunehmende Abstraktion findet sich bei Alexej von Jawlensky vergleichbar zuerst in den Variationen, den Mystischen Köpfen und den Heilandsgesichten.

In der Gegenüberstellung des farbigen Quadrats als purer Form bei Albers und den Meditationen bei Jawlensky zeigt sich dem Betrachter eine überraschende Übereinstimmung jenseits der vordergründigen Trennung zwischen abstrakt und gegenständlich.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit farbigen Abbildungen, der in der Ausstellung gezeigten Werke.

Die Ausstellung wird gefördert durch die LWL-Kulturstiftung und das Land NRW.


Meine letzte Periode meiner Arbeit hat ganz kleine Formate, aber die Bilder sind noch tiefer und geistiger, nur mit der Farbe gesprochen. Alexej von Jawlensky


Wir sehen Farbe fast nie als das, was sie ist; Farbe ist deshalb das relativste Medium in der Kunst, und es gibt nie nur eine einzige Lösung für visuelle Formulierungen. Josef Albers


Große Meditation: Johannes der Täufer
Homage to the Square, 1962
oben: Alexej von Jawlensky, Große Meditation: Johannes der Täufer, Mai 1936, N.10
© VG Bild-Kunst, Bonn 2009

unten: Josef Albers, Homage to the Square, 1962
© The Josef and Anni Albers Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2009 und ARS, New York