Musikalisches Gedenken an einen Nazi-Verfolgten

Mit einem Chansonabend wird am Freitag, 27. Januar, der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Die Chansonsängerin Maegie Koreen stellt sich mit ihrem Programm "Ein Chanson für Edith" gegen das Vergessen. Im Mittelpunkt des Abends steht der Komponist Norbert Glanzberg, der vor den Nationalsozialisten nach Frankreich floh und dort Lieder für Edith Piaf schrieb.

Maegie Koreen (links) hat die Lebensstationen von Norbert Glanzberg musikalisch in Szene gesetzt. Sie freut sich gemeinsam mit Ilse Ortmann auf den Chansonabend im Kammerkonzertsaal.

Maegie Koreen beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den Schicksalen einzelner Künstler. So recherchierte sie auch die Biografie von Norbert Glanzberg. Sie sammelte Bücher, Schallplatten und Fotos, von denen einige während des Konzerts zu sehen sein werden. Glanzberg wurde als Jude 1910 im polnischen Galizien geboren. Kurze Zeit danach zog er mit seinen Eltern nach Würzburg. Er lernte Klavierspielen und galt 13-jährig als Wunderkind. Als junger Mann ging er nach Berlin und hatte Erfolg als Konzertmusiker und Filmkomponist.

1933 floh er vor den Nationalsozialisten nach Paris und lernte dort drei Jahre später Edith Piaf kennen. Er begleitet sie als Pianist während einer Tournee durch Südfrankreich. Ihre Freundschaft besteht über den Krieg hinaus. Norbert Glanzberg komponiert einen der größten Hits für Piaf: Padam, Padam.

Norbert Glanzberg blieb bis zu seinem Tod 2001 in Frankreich. Nach dem Krieg wurde er einer der meist gefragten Komponisten. Neben der Piaf wurden seine Lieder von Yves Montand gesungen.

Maegie Koreen setzt Lebensstationen von Norbert Glanzberg musikalisch in Szene. Dabei wird sie die Chansons auf Deutsch singen. Am Klavier wird sie von Niclas Floer begleitet. Neben ihr wird Pascal Vallee mit auf der Bühne stehen. Der junge Chansonnier wird im Kammerkonzertsaal Lieder von Yves Montand interpretieren.

Das Konzert anlässlich des "Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" findet am Freitag, 27. Januar, ab 19.30 Uhr im Kammerkonzertsaal im Kulturzentrum August Everding statt. Die Karten kosten zehn Euro (ermäßigt sieben Euro). Die Tickets gibt es im Vorverkauf in der Theaterkasse, Blumenstraße, und in der Tourist-Info, Osterfelder Straße.

Das Kulturamt der Stadt Bottrop beteiligt sich seit einigen Jahren mit Veranstaltungen an dem Gedenktag, der 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt wurde. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit.

(12.01.2012)



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