Wärme aus Winterluft
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"Ich freue mich sehr, dass jetzt immer mehr InnovationCity-Projekte in die Umsetzung gehen und sichtbar werden. Dieses Projekt an der Wagenfeldschule ist insofern besonders, weil hier eine ganz spezielle, erfolgversprechende technische Neuerung zur Energieeffizienz-Steigerung und CO2-Reduzierung die nächsten beiden Jahre ausprobiert werden kann", verdeutlicht Oberbürgermeister Bernd Tischler. In der Verbindung mit der Schule sieht er überdies einen pädagogischen Wert. So könne die Anlage zu Anschauung in die Unterrichtsgestaltung eingebunden werden. "Das Engagement der Kinder und Jugendlichen im Rahmen von InnovationCity ist mir sehr wichtig", betont Tischler, der in den Heranwachsenden die Entscheider von morgen sieht.
Die Gaswärmepumpen-Technologie gilt als effiziente Art des Heizens mit fossilen Energieträgern und kombiniert das Heizen mit Erdgas mit der Wärmegewinnung aus erneuerbaren Quellen. Die CO2-Emissionen sinken um bis 30 Prozent im Vergleich zu konventionellen Heizgeräten. Erreicht wird dies durch die Einbindung regenerativer Umweltwärme, geringen Primärenergiebedarf und einem hohen Wirkungsgrad. Während leistungsstarke gasmotorische Wärmepumpen in der Industrie schon seit vielen Jahren eingesetzt werden, sind Gas-Absorptionswärmepumpen im niedrigeren Leistungssegment bis 40 kW, wie jetzt an der Wagenfeldschule in Betrieb, neu auf dem Markt. So handelt es sich bei der jetzt in Betrieb genommenen Gaswärmepumpe von Buderus um die erste ihrer Art in Deutschland. Sie ist konzipiert für mittlere und größere Gebäude, Schulen, Verwaltungsgebäude und Mehrfamilienhäuser. Die kommenden zwei Heizperioden sollen zeigen, ob sie halten kann, was sie verspricht. Eon-Ruhrgas wird dazu die messtechnische Begleitung und Auswertung durchführen.
Kurt Rommel, ELE-Geschäftsführer, lobt die Kooperation mehrerer Unternehmen. "Wir sind sehr froh, dass wir in diesem Projekt gute Partner haben mit der Eon-Ruhrgas, von der wir hier in Bottrop seit vielen Jahren unser Erdgas beziehen, und Buderus als führendem Hersteller von Heizgeräten", so Rommel. Er erhofft sich, dass die Anlage ein Signal für die gesamte Region sein kann.
Auch die Kooperationspartner haben Erwartungen an InnovationCity. "Die Unternehmen leisten in enger Partnerschaft einen weiteren Beitrag für das Klimaschutzprojekt InnovationCity Bottrop. Die Gaswärmepumpe in der Wagenfeldschule zeigt auf, dass Erdgastechnik ihren festen Platz im Energiemix der Zukunft hat und ihren Beitrag für das Gelingen der Energiewende leisten wird", sagt Hartmut Henkel, Vertriebsdirektor der Eon-Ruhrgas. Peter Kuhl, Produktmanager Wärmepumpe bei Buderus, ist überzeugt, dass sein Unternehmen passende Anlagen bereit hält. "Die Gaswärmepumpe Logatherm GWPL41 ist der Beweis, dass sich Ökologie und Ökonomie bei einer abgestimmten Systemintegration nicht widersprechen. Dank des Zusammenspiels von Gas- und Umweltwärme in diesem bivalenten Heizsystem liefert Buderus einen wichtigen Beitrag zur Energiekosten- und CO2-Reduzierung im Bereich der Heizungstechnik. Dies gilt sowohl bei Neubauten als auch bei Bestandsanlagen", meint Peter Kuhl. In der Wagenfeldschule seien die verschiedenen Komponenten optimal aufeinander abgestimmt, so dass hier gute Ergebnisse bei dem Einsatz in Bestandsbauten erreicht werden.
Anders als bei einer Elektrowärmepumpe wird das System nicht mit Strom, sondern mittels Gasbrenner betrieben. Bei Wärmepumpen werden Kältemittel eingesetzt, die schon bei niedrigen Außentemperaturen Wärmeenergie aus der Umgebung aufnehmen und an das Heizungssystem abgeben. Das Funktionsprinzip der Gaswärmepumpe entspricht dem eines Kühlschranks - nur umgekehrt. Kühlgeräte entziehen dem Innenraum Wärme und geben sie nach außen ab. Die Gaswärmepumpe an der Wagenfeldschule entzieht der Umgebungsluft Wärme und bringt diese auf wohlige Heizkörpertemperatur in den Klassenräumen. Mit einer Leistung von bis zu 40 kW und Vorlauftemperaturen für die Heizung von bis zu 65 Grad Celsius deckt die Gaswärmepumpe den kompletten Wärmebedarf der Schule. Für Spitzenlasten wurde zusätzlich ein Gas-Brennwertkessel mit einer Leistung von 160 kW installiert.
Wie zuverlässig und effizient das neue Heizsystem arbeitet, das wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Pro Kilowattstunde Erdgas können mit der Wärmepumpe 1,2 bis 1,6 Kilowattstunden Heizwärme erzeugt werden. Das entspricht einem Wirkungsgrad von etwa 120 bis 160 Prozent. Selbst bei deutlichen Minustemperaturen kann die Anlage noch aus der Winterluft Wärme gewinnen. Der Wintereinbruch in der InnovationCity darf also mit Spannung erwartet werden, denn hier liegen nicht nur Eis und Schnee, sondern auch ein Stückchen Zukunft in der Luft.





