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05.12.2011

Haus-zu-Haus-Beratung für den Klimaschutz beginnt

Das Ziel von InnovationCity, den Kohlendioxidausstoß in Bottrop in den nächsten zehn Jahren um die Hälfte zu reduzieren, wird nicht nur mit guten Ideen erreicht. Es braucht auch Bürger, die diese umsetzen. Oberbürgermeister Bernd Tischler und InnovationCity-Geschäftsführer Burkhard Drescher wollen jetzt Hauseigentümer überzeugen, in die Sanierung ihrer Gebäude zu investieren.
Burkhard Drescher (v.l.) und Susanne Hoy von der InnovationCity-Managementgesellschaft sowie Oberbürgermeister Bernd Tischler hoffen auf große Bereitschaft der Hauseigentümer zum Energiesparen.

"Im Projektgebiet gibt es rund 10.000 private Wohngebäude, von denen 6.000 energetisch nicht auf dem besten Stand sind", sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler zum Sanierungspotential. Er weiß, dass nicht alle Bottroper Bürger den Weg in das Zentrum für Information und Beratung (ZIB) finden. "Daher werden wir in den kommenden Wochen und Monaten in die Wohnquartiere gehen und vor Ort konkrete Vorschläge erarbeiten", so der Oberbürgermeister. In den nächsten Tagen werden Studierende im Auftrag der InnovationCity an den Haustüren klingeln, um Gebäudedaten für einen Energiecheck zu erfragen.

Die weitere mögliche Energieberatung ist kostenlos. Dazu gehören bei Bedarf auch Thermografieaufnahmen, die die Schwachstellen der Häuser sichtbar machen. Erst wenn in einem weiteren Schritt Energiegutachten erstellt werden, müssen dafür unter 200 Euro aufgewendet werden (weniger als ein Drittel des normalen Preises). "Wir wollen das Bewusstsein schärfen, dass mit den Investitionen auch der Wert des Gebäudes und die Lebensqualität steigt", verdeutlicht Burkhard Drescher. Aus seiner Sicht lohne die energische Sanierung auch, wenn die Hausbesitzer bereits älter sind. So könne der barrierefreie Umbau beispielsweise eines Badezimmers dazu genutzt werden, Geld in die energetische Sanierung zu stecken, so Drescher. Unter bestimmten Bedingungen werde dies sogar bezuschusst.

Für die fachgerechte Sanierung empfiehlt das ZIB Partnerunternehmen aus dem Handwerk und Architekten. Drescher erläutert, dass sich die Empfehlungen nicht nur an dem Zustand der Gebäude orientieren, sondern auch die finanziellen Möglichkeiten der Eigentümer berücksichtigen. "Wir wollen individuelle und bedarfsgerechte Lösungen anbieten", betont er.

Hauseigentümer in der Innenstadt, den Stadtteilen Batenbrock, Boy, Lehmkuhle, Ebel und Welheimer Mark sowie Teilen von Welheim wurden in Briefen über die Haus-zu-Haus-Aktion informiert. Die Studenten werden in den kommenden Tagen jeweils ab 17 Uhr durch die Straßen gehen. Erkennbar sind sie durch Kappen, Taschen und Ausweise. Bei Bedarf werden Termine vereinbart. Der Energiecheck dauert etwa 20 Minuten und gibt Auskunft über die Sanierungsbedürftigkeit des Hauses. Die Ergebnisse auf dem Beratungsbogen werden mit Hilfe eines Ampelsystems transparent und nachvollziehbar für die Eigentümer ausgewertet.

Die InnovationCity-Gesellschaft sucht übrigens noch weitere Befrager, die die Daten bei den Hausbesitzern erheben. Wer Interesse hat, kann sich melden unter der Telefonnummer 0 20 41 / 70 50 00. Die Befragung soll bis zum Ende der jetzigen Heizperiode laufen.